KDA fordert Umdenken: Menschen mit Demenz können für Offenheit und Toleranz sorgen

Köln, 1. März 2011. Die Krankheit Demenz wird häufig als Schicksalsschlag begriffen, der dem Lebensende des Betroffenen gleicht – eine Sichtweise, die stark verkürzt ist. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) setzt sich daher für ein Umdenken ein. „Die Krankheit ist ohne Zweifel eine Herausforderung für Gesellschaft, Betroffene und Angehörige. Aber sie bietet auch Chancen“, sagt KDA-Geschäftsführer Dr. Peter Michell-Auli. „Menschen mit Demenz zeigen ihre Gefühle meist stärker als andere. Dadurch können sie uns helfen, offener und toleranter zu werden.“ In den Medien ist diese Sichtweise bislang nicht angekommen, wie die Reaktionen auf jüngst veröffentlichte Zahlen des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zeigten: Die Presse hatte ausnahmslos negativ darüber berichtet, dass sich die Anzahl der Demenzkranken nach Berechnungen des Instituts bis 2050 verdoppeln wird.

Mit der Erkrankung an Demenz tritt oft die emotionale Seite der Betroffenen stärker hervor, so das KDA. „Diese Seite haben die Betroffenen vielleicht über Jahrzehnte verborgen“, sagt Gerlinde Strunk-Richter, Leiterin des Bereichs Demenz im KDA. „Ihr Hervortreten ändert das Zusammenleben und kann für viele glückliche und ergreifende Momente sorgen.“ Gerade beim Essen oder dem Betrachten der Natur erlebten die Menschen mit Demenz intensive Augenblicke des Glücks. „Es ist wichtig, auch diesen Aspekt der Krankheit zu sehen. Sie ist nicht das Ende, sondern ein Teil des Lebens – und zwar einer, in dem es schöne und großartige Momente gibt“, sagt Michell-Auli.

Zusätzlich informiert die vom KDA herausgegebene Fachzeitschrift ProAlter in ihrer aktuellen Ausgabe darüber, wie Bewegung Demenzkranken nutzt. Bisher ist kaum bekannt, dass körperliches Training Betroffenen helfen kann, ihre Alltagsfähigkeiten länger zu erhalten. Mit Bewegung können Demenzkranke gezielt die Spannungen und Unruhe abbauen, unter denen sie häufig leiden. Zusätzlich zum Aufbau von Muskeln, der Verbesserung von Gleichgewicht und Beweglichkeit kann das den erkrankten Menschen ermöglichen, länger selbstständig zu bleiben. Das erhöht ihre Lebensqualität und soziale Teilhabe, außerdem entlastet es Angehörige und Pflegekräfte.

ProAlter
Das unabhängige Fachmagazin des KDA bietet aktuelle und praxisnahe Themen allgemeinverständlich und auf fachlich hohem Niveau. Allen, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat mit Fragen des Älterwerdens beschäftigen, gibt ProAlter wertvolle Anregungen und Impulse für ihre Arbeit. Das Spektrum umfasst dabei alle Bereiche der Altenhilfe und Seniorenarbeit, von der Pflege bis hin zur kommunalen Altenhilfeplanung und Bürgerschaftlichem Engagement. Das Magazin ProAlter ist beim KDA und im Zeitschriftenhandel, an Bahnhöfen und Flughäfen erhältlich. Ein Abonnement kostet 29,90 Euro, das Einzelheft 5,80 Euro.
Das Kuratorium Deutsche Altershilfe
Das KDA setzt sich seit 1962 für die Lebensqualität und Selbstbestimmung älterer Menschen ein. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten führen unabhängige Experten Projekte und Studien durch. Das KDA berät Ministerien, Kommunen, Unternehmen, Sozialverbände, Leistungserbringer wie Heimträger und ambulante Dienste, bietet Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Führungs- und Fachkräfte an und informiert die Öffentlichkeit durch Tagungen und Publikationen.
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Simone Helck, Tel.: 0221/ 93 18 47 – 10, Mail: presse@kda.de

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