Kathrin Ohla vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung erhält Preis der Danisco Foundation

„Der Geschmackssinn ist der bisher am wenigsten erforschte Sinn in Mensch und Tier. Das liegt insbesondere an den technischen Herausforderungen, die Geschmacksforscher überwinden müssen. Untersuchungen der Geschmackswahrnehmung sind sehr zeitaufwendig und erfordern spezielle Apparaturen“ erklärt Ohla. Es gibt weltweit nur wenige Arbeitsgruppen, die mit ihren neurowissenschaftlichen und psychologischen Arbeiten, der Entwicklung von neuen Untersuchungsmethoden sowie Methoden zur Geschmacksstimulation und Datenanalyse maßgeblich zum Verständnis des Geschmackssystems beitragen. Zu diesen zählt auch Ohlas Nachwuchsgruppe, die schon einige wissenschaftliche Erfolge erzielen konnte.

So ist es ihr in Kooperation mit Wissenschaftlern der Charité − Universitätsmedizin Berlin erstmals gelungen, anhand von neuronalen Aktivitätsmustern des menschlichen Gehirns vorherzusagen, ob eine Person etwas Süßes, Salziges, Saures oder Bitteres schmeckt. Wie die Forscher zudem beobachteten, erreichen über die Zunge wahrgenommene Geschmackssignale sehr viel schneller das Gehirn als ursprünglich angenommen. Sie zählen somit zu den ersten neuronalen Informationen, die zum Gesamtgeschmackseindruck beitragen. Die Ergebnisse geben somit einen tiefen Einblick in den zeitlichen Ablauf der Geschmackssignalverarbeitung im Gehirn und zeigen, wie das zentrale Nervensystem die Signale der Grundgeschmacksarten verarbeitet (Crouzet et al., 2015; DOI 10.1016/j.cub.2015.01.057). Zukünftig wollen die Forscher um Ohla untersuchen, inwieweit Aktivitätsmuster Aussagen darüber erlauben, wie appetitlich Probanden einen Geschmacksreiz finden.

Danisco – eine Tochtergesellschaft von DuPont – ist ein dänisches Biotech-Unternehmen, das mehr als 7.000 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern beschäftigt. Seine Produkte, die in Eis, Marmeladen, Brot und vielen anderen Nahrungsmitteln verwendet werden, werden regelmäßig von mehr als 100 Millionen Menschen weltweit verzehrt.

Zur Person:

Kathrin Ohla studierte Psychologie an der Universität Magdeburg und promovierte 2007 an der Universität Leipzig. Von 2007 bis 2010 forschte sie am Centre de Recherche Nestlé in Lausanne zu den neuronalen Repräsentationen des Schmeckens und setzte ihre Arbeit am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia von 2011 bis 2012 fort. Seit Sommer 2012 leitet sie die Nachwuchsgruppe für Psychophysiologie der Nahrungswahrnehmung am DIfE. 2016 habilitierte sich Ohla in Psychologie an der Humboldt Universität zu Berlin mit dem Thema „Neuronale Mechanismen der Nahrungswahrnehmung“. Seit dem Wintersemester 2016 vertritt sie die Professur für Allgemeine Psychologie an der Medical School Berlin – Hochschule für Gesundheit und Medizin.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Mehr unter http://www.dife.de. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Weitere Informationen zum DZD erhalten Sie unter https://www.dzd-ev.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.600 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,7 Milliarden Euro. Mehr Informationen unter https://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Kontakt:

Dr. Kathrin Ohla
Nachwuchsgruppe Psychophysiologie der Nahrungswahrnehmung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/ Deutschland
Tel.: +49 (0)33200/ 88-2543
E-Mail: kathrin.ohla@dife.de

Pressekontakt:

Dr. Gisela Olias
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
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oder presse@dife.de
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