KatHO NRW Aachen: Fachkongress „Kinder psychisch erkrankter Eltern brauchen Hilfe“

Auf dem Fachkongress "Auch Kinder sind Angehörige", den die Bundesarbeitsgemeinschaft der deutschen Kinderschutz-Zentren gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Aachen und dem Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) der Katholischen Hochschule NRW in Aachen veranstaltete, tauschten Fachleute aus Wissenschaft, Jugendhilfe und Gesundheitswesen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Arbeit mit betroffenen Familien aus.

"Für die große Zahl an betroffenen Kindern und Familien sind Regelangebote und nicht nur Projekte dringend notwendig, und es müssen Kooperationsstrukturen zwischen Psychiatrie und Jugendhilfe aufgebaut werden", forderte Prof. Dr. Johannes Jungbauer von der KatHO NRW Aachen.

Bislang gibt es bundesweit kaum Unterstützungsangebote für Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist. Vor diesem Hintergrund hat der Kinderschutzbund Aachen zusammen mit der Katholischen Hochschule NRW Aachen (KatHO) im Herbst 2008 das Modellprojekt "Auch Kinder sind Angehörige – Hilfen für Kinder psychisch erkrankter Eltern" gegründet.

Neben Sprechstunden und Familienangeboten gibt es bei AkisiA eigene Kinder-Gruppen, in denen die Kinder spielerisch den Umgang mit der Krankheit ihrer Eltern lernen und Gleichaltrige mit ähnlichen Problemen treffen können. Für die Eltern und ihre (Ehe)Partner ist die Beratung unverbindlich und auf Wunsch auch anonym. Denn viele Betroffene scheuen sich institutionelle Hilfen nachzufragen aus Angst ihre Kinder zu verlieren. Rund 100 Familien aus der Aachener Region können zurzeit bei AkisiA betreut werden, die Warteliste ist lang.

Finanziert wird das Projekt für die nächsten drei Jahre von der deutschen Behindertenhilfe Aktion Mensch e.V. Wissenschaftlich begleitet wird AkisiA von der Katholischen Hochschule NRW Aachen. "So können wir zeigen, dass die professionelle Hilfe für Kinder mit psychisch erkranktem Elternteil wichtig ist und deshalb zu einem Regelangebot von Gesundheitswesen und Jugendhilfe werden soll", sagt Prof. Jungbauer.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Johannes Jungbauer, Tel. 0241/ 6000 337, Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) der KatHO NRW, <www.igsp-institut.de> , j.jungbauer(at) katho-nrw.de

Redaktion: Claudia Dechamps, Tel. 0241/ 4356 946, info(at)claudia-dechamps.de
(idw, 04/2010)

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