Kardiologenkongress: Nicht einmal die Hälfte der Herzinfarkt-Patienten bekommt optimale Medikamenten-Therapie

Mannheim, Samstag 10. April 2010 – Die Kombination von fünf Medikamenten-Gruppen, die so genannte "optimale medikamentöse Therapie" (OMT) nach Herzinfarkt, senkt nachweislich die Sterblichkeit. Trotzdem bekommen weniger als die Hälfte der in Frage kommenden Patienten die OMT verschrieben, kritisierten Experten heute auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim.

Eine Gruppe von Forschern in acht deutschen Städten hat die Daten von mehr als 5.300 Herzinfarkt-Patienten analysiert, erhoben wurden unter anderem die verschriebene Medikation und die Sterblichkeit. Als "optimale medikamentöse Therapie" (OMT) gilt eine Kombination von fünf Substanzgruppen, die in klinischen Studien bewiesen haben, dass sie den Krankheitsverlauf nach Herzinfarkt positiv beeinflussen: Aspirin, Betablocker, den Fettstoffwechsel beeinflussende Statine, Blocker des Renin-Angiotensin-Systems und Plättchen-hemmende Thienopyridine.

"Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus erhielten 89 Prozent der Patienten nach akutem Herzinfarkt Aspirin, 90 Prozent Betablocker, 84 Prozent Statine, 81 Prozent Renin-Angiotensin-Systems, 70 Prozent ein Thienopyridin, bei 46,2 Prozent wurde die OMT-Kombination verschrieben", berichtet Dr. Peter Bramlage (Institut für kardiovaskuläre Pharmakologie und Epidemiologie Mahlow). "Hier ist noch Raum für Verbesserungen." Die Mortaliät war bei OMT-Patienten im Vergleich zu Patienten ohne Medikation oder mit nur einem Medikament um 74 Prozent reduziert.

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Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
(idw, 04/2010)

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