Kardiologenkongress: Männliche Herzpatienten bekommen mehr Medikamente

Mannheim, Freitag 9. April 2010 – Männliche Patienten, die wegen ihrer Koronaren Herzkrankheit (KHK) in Behandlung sind, bekommen mehr Medikamente verschrieben und erreichen häufiger die Zielwerte für Blutdruck und Cholesterin als ihre weiblichen Leidensgenossinnen. Das berichteten heute Experten auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) in Mannheim. Das Geschlecht der Behandler spielte dabei keine Rolle.

Eine Forschergruppe aus Hamm und Köln analysierte anhand der Behandlungsdaten aus dem "Disease Management Programm Nordrhein", ob das Geschlecht von Arzt oder Patient in der KHK-Therapie die Erreichung von Zielwerten oder die Muster der Medikamentenverschreibung beeinflusst. Mehr männliche als weibliche Patienten erreichten den vorgegebenen Blutdruckwert von 140/90 mm/Hg und den Zielwert beim LDL-Cholesterin von weniger als 100 mmol/dl – dies unabhängig davon, ob sie bei einer Ärztin oder einem Arzt in Behandlung waren.

Eine Kombinationstherapie aus Beta-Blockern und ACE-Hemmern gegen Herzinsuffizienz bekamen fast 62 Prozent der Männer verschrieben, bei den Frauen waren es 56,2 (von Ärztinnen behandelt) beziehungsweise 52,5 Prozent (von Ärzten behandelt). Thrombozytenaggregationshemmer zur Behandlung der Blutverklumpung wurden 83,8 (Ärzte) und 85,6 (Ärztinnen) Prozent der behandelten Männer verschrieben, bei den Frauen waren es 76,3 und 78,7 Prozent.

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Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
(idw, 04/2010)

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