Kanadische Robbenjagd 2012 hat begonnen

(pur). Trotz der inzwischen auch im eigenen Land immer mehr anwachsenden Gegnerschaft hat das kanadische Fischereiministerium DFO die Jagd auf Sattelrobben und Klappmützen freigegeben. Die Quote hat es auf 400.000 Tiere festgesetzt. Das ist dieselbe Quote wie letztes Jahr. In der Robbenjagd-Saison 2011 landeten die Robbenjäger allerdings nur 38.000 Felle an – das niedrigste Ergebnis seit der Wiederaufnahme der Robbenjagd im Jahr 1996. Im Rekordjahr 2004 waren zehn Mal so viele Sattelrobben erlegt worden: 365.971.
Ein Grund für das starke Absinken sind die Schwierigkeiten der Fischer, für die Felle Abnehmer zu finden. Für die EU gilt seit 2010 ein Importverbot für Robbenprodukte. Zu dem EU-Embargo kommt in diesem Jahr hinzu: Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist ein Beschluss in Kraft, der auch die Märkte in Russland, Weißrussland und Kasachstan für Robbenfelle sperrt. Der Versuch der kanadischen Regierung, auf China auszuweichen, war bislang nicht von Erfolg gekrönt.

Der Vorsitzende der Vereinigung der Robbenjäger, Eldred Woodford, erklärte,die Robbenjäger könnten ihre Boote nicht für die Ausfahrt präparieren, weil vom Handel keine klaren Aussagen vorliegen, welche Stückzahl an Fellen er abzunehmen gedenkt, noch welchen Preis er zu zahlen bereit sei. Ohne diese Grundinformation werde kein Robbenjäger Geld in Proviant investieren.

Die Kritik an der kommerziellen kanadischen Robbenjagd verfügt über schlagkräftige Argumente:

Die „seal harvest“, die Robben-„Ernte“, wie die Jagd auch an der Atlantikküste genannt wird, ist das größte Massaker an Meeressäugetieren auf der Welt.

Sie ist mit inakzeptablen Grausamkeiten verbunden.

Sie ist sinnlos, denn es besteht kein Bedarf an Robbenfellen.

Das Argument, die Robben würden den Fischern die Fische wegfressen, gilt nicht. An den knapper werdenden Ressourcen ist Überfischung schuld.

Den Robbenbeständen setzt bereits die globale Erwärmung zu. Seit Jahren unterbindet das viel zu warme Klima an der Atlantikküste eine robuste Eisbildung. Größere, feste Eisschollen benötigen die Robbenmütter, um darauf ihre Jungen zur Welt zu bringen und zwei Wochen lang zu säugen. Fehlt das Eis, wird der Nachwuchs im Wasser geboren und muss ertrinken. Auch in diesem Jahr sind die Eisbedingungen für die Robben wieder katastrophal.

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