Julian Thiele erhält Georg-Manecke-Preis – Mit Mikrogel-Partikeln zu neuen Arzneistoffen

Georg Maneckes (1916-1990) Interesse galt der präparativen makromolekularen Chemie mit Blick auf die praktische Anwendung makromolekularer Stoffe, vor allem für biochemische und -technische Zwecke. Der Georg-Manecke-Preis wird an promovierte Wissenschaftler vergeben, die im Bereich der makromolekularen Chemie forschen und eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben.

Julian Thiele erhält den Preis für seine wegweisende Arbeit auf dem Gebiet der Polymerchemie, bei der er natürliche Mechanismen nachahmt, um reaktionsfähige Materialien zu synthetisieren. Mit seiner Forschungsgruppe entwickelt er unter anderem Materialien, die sich selbst „heilen“, also ihre Eigenschaften wiederherstellen können. Zudem beschäftigt sich Thiele im Rahmen des Leibniz Research Cluster (LRC) „Bio/synthetic multifunctional micro production units – novel ways of compound development“ mit neuartigen Wegen zur medizinischen Wirkstoffentwicklung. Für seine Forschung nutzt er Hydrogele (in Wasser gequollene, dreidimensionale Polymernetzwerke) als maßgeschneiderte Reaktionsumgebung für biotechnologische Anwendungen. Durch die zellfreie Biosynthese in Mikrogelen ermöglicht Thiele nicht nur eine energieökonomisch optimierte Darstellung pharmakologisch wie technisch interessanter Proteine und Enzyme (z.B. Antibiotika), sondern liefert auch neuartige Wege zur Wirkstoffentwicklung.

Julian Thiele, geboren 1983 in Hamburg, studierte Chemie an der Universität Hamburg und promovierte 2011 an der Universität Bayreuth. Er forschte an der Harvard Universität/USA, gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und den Fonds der Chemischen Industrie (FCI). Nach der Promotion ging Thiele als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an die Radboud Universität Nijemegen/NL. Seit 2015 ist er Gruppenleiter am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden.

Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Session „Mucus Hydrogels“, bei der internationale Wissenschaftler ihre Forschung präsentieren werden. Anschließend wird der Preisträger seine Arbeit in einem Vortrag vorstellen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Treuhänderisch verwaltet die GDCh zwölf unselbstständige Stiftungen. Zweck dieser Stiftungen ist die Vergabe von Preisen, Förderpreisen und Stipendien. Der Georg-Manecke-Preis wird an promovierte Naturwissenschaftler/innen für herausragende wissenschaftliche Leistungen der letzten Jahre vergeben. Er soll auch die wissenschaftliche Vernetzung auf internationaler Ebene fördern. Der Preis ist mit 7000 Euro dotiert.

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