Jubiläumskongress der DEGAM – ein würdiges Schaufenster für die wissenschaftliche Allgemeinmedizin

Der 50. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin ist der größte von der DEGAM ausgerichtete Kongress aller Zeiten. Nicht nur die weit über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen eine deutliche Sprache – auch die 330 eingereichten Abstracts demonstrieren das aktive Engagement der (allgemeinmedizinischen) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ferner setzt sich der Verjüngungstrend in der Teilnehmerstruktur fort: Allgemeinmedizin, ein Fach mit Zukunft, darf damit konstatiert werden. Für Begeisterung sorgten neben dem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm vor allem die hochkarätigen Keynote Lectures: Während Prof. James McCormack (Kanada) die Probleme und Lösungen beim Thema Polypharmazie diskutierte und Prof. Paul Glasziou (Australien) verbreitete Überversorgung deutlich machte, erinnerte Dr. Eckart von Hirschhausen die Hausärztinnen und Hausärzte daran, dass Humor manchmal mehr bewirkt als die neuste High-Tech-Medizin.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde turnusgemäß das neue Präsidium der DEGAM gewählt. Prof. Erika Baum (Biebertal) löst Prof. Ferdinand M. Gerlach, der satzungsgemäß nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte, als erste Frau in der Geschichte der DEGAM an der Spitze der Fachgesellschaft ab. Neue Vizepräsidentin ist Prof. Eva Hummers-Pradier (Göttingen). Prof. Martin Scherer (Hamburg) wurde, ebenfalls als Vizepräsident, im Amt bestätigt. „Mein Ziel ist es, die zentrale Stellung der Allgemeinmedizin in der Medizin zu sichern und auszubauen, aufbauend auf der ersten DEGAM-Zukunftsposition. Dazu brauchen wir eine enge Kooperation mit dem Deutschen Hausärzteverband, hervorragend weitergebildete und motivierte Allgemeinmediziner in großer Zahl. Und dazu bedarf es eines hohen Engagements bei Aus-, Fort- und Weiterbildung, dem Ausbau unserer wissenschaftlichen Grundlagen und der Qualität in der Versorgung“, erklärte Prof. Baum die Ziele ihrer zunächst dreijährigen Präsidentschaft.

Im Rahmen des Jubiläumskongresses wurden zwei wissenschaftliche Preise vergeben, der so genannte Posterpreis sowie der Deutsche Forschungspreis für Allgemeinmedizin 2016 (Dr. Lothar Beyer-Preis).
Letzterer wurde von der Dr. Lothar Beyer-Stiftung verliehen. Der erste Platz, dotiert mit je 9.000 Euro, geht an Arbeitsgruppen der allgemeinmedizinischen Institute in Hamburg und in Hannover/Göttingen/Bremen/Freiburg/Hamburg, der zweite (7.000 Euro) an eine Arbeitsgruppe des Lehrbereichs Allgemeinmedizin in Freiburg und der dritte (je 3.000) wurde drei Arbeitsgruppen der Institute für Allgemeinmedizin in Düsseldorf/Jena/Witten, der Abteilung Allgemeinmedizin Marburg zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sowie dem Institut für Allgemeinmedizin in Frankfurt zusammen mit der Maastricht University zuerkannt. Den Förderpreis erhielt Lena Blase (Hannover).
Als beste Poster wurden in diesem Jahr von DEGAM und Deutschem Ärzte-Verlag die wissenschaftlichen Arbeiten von Teams des Instituts für Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt und der Abteilung für Allgemeinmedizin der Universität Marburg ausgezeichnet.

Im kommenden Jahr findet der 51. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin vom 21. bis 23. September in Düsseldorf statt.

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