José Carreras Leukämie-Stiftung unterstützt Freiburger Forschungsprojekte

Leukämie ist bei Kindern die häufigste Krebserkrankung. Bei einem Viertel der kleinen Patienten verläuft die Krankheit nach wie vor tödlich. Die sogenannte juvenile myelomonozytäre Leukämie ist eine besonders gefährliche Form der Leukämie, für die, neben der nebenwirkungsreichen Knochenmarktransplantation, bislang noch keine adäquate Therapie gefunden wurde.

Im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg wird dank Fördergeldern der José Carreras Stiftung bereits seit zwei Jahren an neuen Behandlungsmethoden der myelomonozytären Leukämie geforscht. Nun hat die Stiftung grünes Licht für die Weiterarbeit am neuen und Erfolg versprechenden Konzept der epigenetischen Behandlung gegeben. Die Stiftung unterstützt das Projekt mit weiteren 55.000 Euro. Bei der Epigenetik beschäftigen sich die Forscherinnen und Forscher mit der Vererbung von Merkmalen, die nicht in der DNA-Sequenz der Zellen festgelegt sind. So tragen beispielsweise Proteine, die um die DNA gelagert sind, zur Funktion bestimmter Gene bei. Dabei spielt die chemische Zusammensetzung der Proteine eine entscheidende Rolle, ob ein Gen aktiviert, verändert oder ausgeschaltet wird. Bei der Leukämie ist die chemische Zusammensetzung fehlgeleitet. Mit Hilfe von Medikamenten soll in Zukunft diese Fehlentwicklung der Proteine aufgehalten werden.
Mit Unterstützung der José Carreras Stiftung können die Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Freiburg nun ein weiteres Jahr die Eignung der epigenetischen Therapie zur Bekämpfung der gefährlichen myelomonozytären Leukämie überprüfen. „Die Projektverlängerung durch die José Carreras Stiftung erlaubt es uns, eine neue und wirksame Therapie für leukämiekranke Kinder zu prüfen“, freut sich Projektleiter PD Dr. Christian Flotho, Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin.

Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert darüber hinaus ein auf eineinhalb Jahre angelegtes Forschungsprojekt mit 105.000 Euro. Unter der Leitung von Dr. Miriam Erlacher, ebenfalls Ärztin in der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Freiburg, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie die gesunden Zellen im Knochenmark von Leukämiepatienten trotz einer Chemotherapie funktionsfähig bleiben können. Im Normalfall sterben während einer Chemotherapie nicht nur die erkrankten Zellen, sondern auch die gesunden Blutstammzellen der Leukämiepatienten. Das kann zu Blutarmut, Blutungsneigung und einer erhöhten Infektionsgefahr für die Patientinnen und Patienten führen. Ziel des Projektes ist es, die gesunden Blutstammzellen am Leben zu halten. Dazu verwenden die Leukämieforscher bestimmte Eiweißstoffe, welche den Zelltod kurzzeitig hemmen können. „Wir wollen untersuchen, ob Blutstammzellen, die wir aus Nabelschnurblut gewinnen, durch diese Eiweißstoffe geschützt werden können“, erklärt Dr. Miriam Erlacher. Den Freiburger Leukämieexperten ist es wichtig, diese Zellen vor der Chemotherapie zu schützen und damit die Nebenwirkungen für die Patientinnen und Patienten zu reduzieren. Zudem soll durch diese Methode die Wirksamkeit von Knochenmarktransplantationen gesteigert werden.

Kontakt:
PD Dr. Christian Flotho
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Tel.: 0761 270-4628
Fax: 0761 270-4518
E-Mail: christian.flotho@uniklinik-freiburg.de

Dr. Miriam Erlacher
Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Tel.: 0761 270-4612
E-Mail: miriam.erlacher@uniklinik-freiburg.de
(idw, 09/2010)

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