Jetzt erst recht: Sport bei Diabetes

(djd). Bei akuten Krankheiten wie Grippe ist Schonung der beste Weg zur Genesung. Für viele chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes gilt aber das Gegenteil: Bewegung ist Trumpf! Für Menschen mit Typ-2-Diabetes sollte Sport ein wichtiger Teil der Therapie sein – denn meist ist hier Insulinresistenz eine der Hauptursachen, und Sport steigert die Sensibilität der Zellen für das Insulin, so dass es besser wirken kann. Außerdem verbessert regelmäßige Bewegung die Cholesterin- und Blutdruckwerte und hilft beim Abbau von Übergewicht. Schon fünf bis zehn Minuten Ausdauertraining pro Tag können ein guter Einstieg sein. Geeignete Sportarten sind etwa Wandern, Schwimmen oder Radfahren. Mehr Informationen und Tipps stehen unter http://www.diabetes-behandeln.de.

Vorsicht vor Unterzucker

Beim Sport verbrauchen die Muskeln Zucker (Glukose) aus dem Blutkreislauf. Ist die Therapie nicht an die Belastung angepasst, kann es zur Unterzuckerung kommen. Hier sind besonders Patienten gefährdet, die Insulin spritzen oder Medikamente wie Sulfonylharnstoffe oder Glinide einnehmen, welche die Insulinausschüttung unabhängig vom Blutzuckerspiegel fördern. Moderne Medikamente haben ein geringeres Risiko für eine Unterzuckerung. „DPP-4-Hemmer beispielsweise erhöhen die Spiegel der sogenannten Inkretine deutlich und regulieren die Insulinausschüttung bedarfsgerecht in Abhängigkeit vom jeweiligen Blutzuckerspiegel. Nur wenn dieser erhöht ist, wird Insulin freigesetzt. Gleichzeitig sind sie gewichtsneutral“, erklärt der Diabetologe Dr. med. Gerhard Klausmann. Inkretine sind Darmhormone, die die Insulinfreisetzung positiv beeinflussen.

Kohlenhydrate griffbereit

Sport wirkt normalerweise direkt blutzuckersenkend. Deshalb ist es wichtig, gegebenenfalls vor dem Training noch Kohlenhydrate, etwa eine Banane, Brot oder einen Müsliriegel zu essen, um nicht mit zu niedrigen Blutzuckerwerten zu starten. Für den Fall einer Unterzuckerung sollten außerdem „Gegenmittel“ wie Traubenzucker oder zuckerhaltige Getränke in der Sporttasche parat sein. So können auch Zuckerkranke sicher trainieren und sogar Höchstleistung erbringen.

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