Jetzt bewerben: Recherchestipendien für Medizinjournalisten

Thema: Pharma-Lobby

Gesucht werden insbesondere Recherche-Ideen zum Themenkomplex Pharma-Lobbyismus: „Im Gesundheitswesen sind die Grenzen zwischen Forschungsförderung und Bestechung fließend. Allzu vieles ist nicht transparent genug.“ Diese Sätze stehen in einem Leitartikel, den Rainer Flöhl 1994 in der FAZ geschrieben hat, unter der Überschrift „Der industriell-medizinische Komplex“. Mit den Stipendien sollen Recherchen angestoßen werden, die zu mehr Transparenz führen: Werden mit einzelnen Medikamenten Milliardengewinne auf Kosten der Steuerzahler gemacht? Wie stark treibt der Ressourcenmissbrauch im Gesundheitswesen die Kosten unseres Medizinsystems in die Höhe? Wie sehr machen sich Ärzte, Gesundheitspolitiker, Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen abhängig von Informationen aus der Pharma- und Medizinprodukte-Industrie? Wie ist es möglich, dass Studien-Daten verheimlicht oder Ergebnisse verzerrt publiziert werden? Die Verflechtungen von kommerziellen Interessen sowie vermeintlichen und tatsächlichen Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten erscheinen heute oft fast unentwirrbar – und trotzdem fehlt vielen Beteiligten immer noch das Problembewusstsein.

Zielgruppe

Die Ausschreibung richtet sich an jüngere Freie Journalisten in Deutschland aus allen Mediengattungen, die ein entsprechendes medizinjournalistisches Thema bearbeiten wollen. Besonders erwünscht sind Bewerbungen von Freien Journalisten, die eher noch am Anfang ihrer journalistischen Laufbahn stehen. Auch Teams aus Freien Journalisten können gemeinsam einen Antrag für ein entsprechendes Projekt stellen – ebenso Teams aus Freien und Redakteuren.

Bewerbung

Interessierte können sich mit ihren Recherche-Ideen bis spätestens zum 1. Juli 2013 per E-Mail bewerben. Der Bewerbung sind beizulegen: Projektskizze (max. zwei Seiten), Kosten- und Zeitplanung (max. zwei Seiten), Lebenslauf (max. eine Seite) und drei Arbeitsproben. Einen ausführlichen Leitfaden zur Antragstellung finden Sie auf den Seiten der WISSENSWERTE Bremen.

Jury

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch eine Jury mit renommierten Wissenschaftsredakteuren: Dr. Regina Oehler (hr2/VMWJ), Dr. Astrid Viciano (Freie Journalistin, ehem. STERN), Dr. Hartmut Wewetzer (Tagesspiegel), Markus Grill (SPIEGEL) und Prof. Holger Wormer (Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus, TU Dortmund) sichten die eingehenden Bewerbungen und suchen im Juli 2013 die vielversprechendsten Bewerber aus, die anschließend drei Monate Zeit für die intensive Recherche haben. Ausschlaggebend sind folgende Kriterien: Originalität und Relevanz des Themas, Eignung des vorgesehenen journalistischen Formats, Aufwand der Recherche und Plausibilität der Kosten- und Zeitplanung.

WISSENSWERTE-Recherche-Workshop

Die Stipendiaten sollen ihre Rechercheergebnisse schließlich auf der Fachkonferenz WISSENSWERTE in Bremen vorstellen. Dort findet am 25. November 2013 in Zusammenarbeit mit dem Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten (VMWJ) der nächste Recherche-Workshop für Medizinjournalisten statt, in dem ausgewiesene Experten Recherchebedarfe in ausgewählten Themenfeldern und geeignete strategische Herangehensweisen erörtern.

Ansprechpartner bei Rückfragen:

Holger Hettwer M.A.
Projektleiter WISSENSWERTE Forum für Wissenschaftsjournalismus
Projektbüro von TU Dortmund & Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK)

Technische Universität Dortmund
Wissenschaftszentrum Erich-Brost-Haus
Otto-Hahn-Str. 2
44227 Dortmund
0231 755-6968
holger.hettwer@tu-dortmund.de

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