Jens Volkmann neuer Direktor der Neurologischen Klinik

„Ich freue mich, von meinem Vorgänger eine so kraftvolle Klinik übernehmen zu können“, betonte Professor Volkmann bei der Amtsübergabe. Der neue Klinikleiter war zuvor an der Universitätsklinik Kiel als Leitender Oberarzt und Vertreter des Klinikdirektors tätig.

Tiefe Hirnstimulation gegen Parkinson

Zu den zentralen wissenschaftlichen und klinischen Themen des 1967 in Velbert geborenen Mediziners zählt die Parkinson-Erkrankung: Krankhafte Nervenzellaktivitäten im Gehirn lösen bei diesem Leiden Zittern, Verkrampfungen und andere Bewegungsstörungen aus.

Als Therapie gegen Parkinson hat Volkmann in Kiel mit Kollegen aus der dortigen Neurochirurgie die tiefe Hirnstimulation etabliert. Sein Vorgänger Klaus Toyka bezeichnet diese Behandlungsform als „schlichtweg revolutionär“. Die krankhaften Aktivitäten der Nervenzellen werden dabei mit implantierten Hirnelektroden und einem Schrittmachersystem unterbunden.

Volkmann, der international als Experte für die Parkinson-Behandlung anerkannt ist, beschreibt seine wissenschaftlichen und therapeutischen Pläne: „Meine Vision ist, dass wir fehlende oder gestörte Hirnfunktionen in der Zukunft durch technische Systeme wie Neuroprothesen und Schrittmacher ersetzen können. Eines Tages werden diese Systeme genau so normal sein wie Herzschrittmacher in der Kardiologie.“

Neurologische Intensiv- und Notfallmedizin gefragt

Jeder dritte Patient in den Notaufnahmen der Großkliniken ist heutzutage ein Fall für die Neurologie. In erster Linie sind das Menschen mit Schlaganfällen, aber auch mit Krampfanfällen, unklaren Bewusstseinsstörungen, akuten Kopfschmerzen oder entzündlichen Hirnerkrankungen.

Jens Volkmann verfügt, wie sein Vorgänger, über die Facharzt-Zusatzbezeichnungen für Geriatrie und spezielle neurologische Intensivmedizin. Seine diesbezüglichen Pläne für die nahe Zukunft umreißt er so: „Eine der ersten klinischen Aufgaben, die ich intensiv angehen werde, ist eine stärkere Vernetzung der Neurologischen Universitätsklinik mit der Notfallversorgung – inklusive der hierfür erforderlichen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen.“ Der Vorstand des Klinikums unterstütze dieses Anliegen; erste Planungen hätten bereits begonnen.

Kontakt: Prof. Dr. Jens Volkmann, T (0931) 201-23751, volkmann_j@klinik.uni-wuerzburg.de
(idw, 10/2010)

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