Jeder Vierte bezieht sein Erbe selbst

(djd). Etwa jeder vierte Bundesbürger, der schon einmal eine Immobilie geerbt hat, machte das ihm hinterlassene Objekt auch zu seinem Eigenheim. 40 Prozent der Erben haben die Immobilie dagegen verkauft, 15 Prozent entschieden sich für eine Vermietung.

Von denjenigen, die die ererbte Immobilie zu ihrem eigenen Zuhause machten, nannte gut die Hälfte als Beweggrund, dass sie selbst schon in dieser gelebt haben. Für 44 Prozent war der Wegfall von Mietzahlungen besonders wichtig und für 30 Prozent waren Kindheitserinnerungen ein Hauptmotiv, in die Immobilie einzuziehen. Die attraktive Lage des Gebäudes war für 29 Prozent besonders relevant. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Allianz Deutschland unter 1.630 Bundesbürgern zum Thema Immobilienerbschaften. Mehrfachnennungen waren bei der Frage nach den Motiven für die eigene Nutzung der erhaltenen Immobilie möglich.

Anteil der Alleinerben wird sinken

Wer in Deutschland eine Immobilie geerbt hat, bekam diese bislang in etwa sechs von zehn Fällen von seinen Eltern übertragen. Daran wird sich auch künftig nicht viel ändern. Ändern wird sich aber voraussichtlich der Anteil an Alleinerben. In der Vergangenheit hat noch über die Hälfte der Erben ihr Erbe angetreten, ohne es mit anderen teilen zu müssen. Von denjenigen, die in den nächsten 20 Jahren eine Immobilienerbschaft erwarten, rechnen dagegen 67 Prozent damit, gemeinsam mit anderen zu erben.

Künftige Erben sehen hohen Modernisierungsbedarf

Knapp zwei Drittel derjenigen, die ihr geerbtes Eigenheim vermieten oder selbst bewohnen, haben es bereits renoviert oder modernisiert. In etwa jedem zweiten Fall wurde eine Baufinanzierung von durchschnittlich 72.000 Euro in Anspruch genommen, knapp ein Viertel der Erben benötigte ein Darlehen von 100.000 Euro und mehr. Auch künftige Erben, die den Nachlass nicht verkaufen wollen, erwarten Renovierungs- und Modernisierungsbedarf. Für die Umsetzung der Maßnahmen wird fast jeder Zweite eine Baufinanzierung benötigen. „Die Renovierung und Modernisierung einer geerbten Immobilie ist oft unumgänglich und bringt hohe Kosten mit sich. Daher ist es wichtig, frühzeitig Eigenkapital anzusparen“, rät Dr. Peter Haueisen, Leiter der Allianz Baufinanzierung. Dadurch verringere sich die benötigte Finanzierungssumme, das Darlehen falle kleiner aus – und werde so günstiger.

Der Vorstellung vom Wohnen im Alter näher kommen

Mit dem Nachlass konnten 26 Prozent der Erben ihren Vorstellungen vom Wohnen im Alter näher kommen: am häufigsten aufgrund der Eigennutzung und einem altersgerechten Umbau, aber auch weil mit dem Verkaufserlös oder mit den Mieteinnahmen der geerbten Immobilie Renovierungs- und Umbaumaßnahmen am bereits vorhandenen Eigenheim durchgeführt werden konnten. „Eine eigene Immobilie ist ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge“, sagt Dr. Peter Haueisen. „Das gilt auch für Immobilienerbschaften. Deshalb sollte jeder Erbe sehr genau überlegen, wie er die erhaltene Immobilie verwenden will – zur Eigennutzung oder eher zum Aufbau von Eigenkapital, um sich damit den ganz individuellen Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen.“ Wer die geerbte Immobilie auch in späteren Jahren bewohnen möchte, solle den altersgerechten Umbau unbedingt finanziell einplanen.

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