»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi

Mehr als 1000 Experten und Delegierte werden zum ersten Internationalen Kongress zu Rettungsdienstsystemen erwartet, der unter dem Titel »Jede Sekunde zählt« vom 9. bis 11. Februar 2012 in Neu Delhi stattfindet (International Congress on EMERGENCY MEDICAL SERVICE SYSTEMS). Bereits seit Mitte 2010 unterstützt das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) der Fachhochschule Köln das Department of Hospital Administration des All India Institute of Medical Sciences (AIIMS) bei der Weiterentwicklung des indischen Rettungsdienstsystems. An dem internationalen Kongress sind IRG-Institutsleiter Prof. Dr. Dr. Alex Lechleuthner (zugleich Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln) und Prof. Dr.-Ing. Ompé Aime Mudimu von IRG als Mitglieder des wissenschaftlichen Komitees des Kongresses und als Keynote Speaker beteiligt.

Während die Zahl der Verkehrstoten in den meisten Industrieländern zurückgeht, steigt sie dramatisch in vielen Entwicklungsländern. Ein professionelles System der medizinischen Erstversorgung, das hierzulande bei Verkehrsunfällen selbstverständlich ist, fehlt in vielen Ländern. Häufig können Verletzte dort lediglich auf eine improvisierte Hilfe anderer hoffen, die sie ins Krankenhaus transportieren. In Indien ist die rettungsdienstliche Versorgung nur in der Hauptstadt Neu Delhi und einigen weiteren Großstädten auf einem Niveau, das mit westlichem Standard vergleichbar scheint. Jede vierte Minute stirbt in Indien ein Mensch bei einem Verkehrsunfall – pro Tag entspricht die Zahl der Verkehrstoten in Indien der Zahl der Passagiere eines voll besetzten Jumbo-Jets. »Es sollte selbstverständlich sein, dass ärztlicher Notfalldienst kein Privileg, sondern ein fundamentales Bürgerrecht ist«, fordert Dr. Shakti Gupta, Leiter des Department of Hospital Administration des All India Institute of Medical Sciences (AIIMS).

Schwerpunkt der Kooperation des IRG der Fachhochschule Köln mit AIIMS, das sehr eng mit dem indischen Gesundheitsministerium zusammenarbeitet, ist das CAR-Projekt (Common Ambulance Rule). Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines modularen Standards für den Ausbau und die Ausstattung von Rettungsfahrzeugen, der für möglichst große Gebiete Indiens geeignet ist. Dazu ist eine ganzheitliche Betrachtung erforderlich, die medizinische, technische und kulturelle Fragen berücksichtigt. Es muss ein medizinisches Versorgungsniveau festgelegt werden, an das die Fahrzeugausstattung angepasst wird. Im Anschluss an den internationalen Kongress ist ein Projekt-Workshop geplant. Zudem wird das mitgereiste Studierendenteam des IRG unter der Leitung des wissenschaftlichen Mitarbeiters, David Marten, den Rettungsdienst von Neu Delhi evaluieren. Geplant sind die Befragung von Experten, Untersuchung von Fahrzeugen und Analyse der derzeitigen Rettungsdienststrukturen.

Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. 19700 Studierende werden von rund 430 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Das Angebot der elf Fakultäten und des Instituts für Tropentechnologie umfasst rund 70 Studiengänge, jeweils etwa die Hälfte in Ingenieurwissenschaften bzw. Geistes- und Gesellschaftswissenschaften: von Architektur über Elektrotechnik und Maschinenbau, Design, Restaurierung, Informations wissenschaft, Sprachen und Soziale Arbeit bis hin zu Wirtschaftsrecht und Medieninformatik sowie Angewandte Naturwissenschaften. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (EUA), sie gehört dem Fachhochschulverbund UAS 7 und der Innovationsallianz der nordrhein-westfälischen Hochschulen an. Die Hochschule ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und ISO 14001 geprüfte und zertifizierte umweltorientierte Einrichtung und zertifiziert als familiengerechte Hochschule.
Das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Fakultät für Anlagen, Energie-. und Maschinen­systeme (F 09) umfasst alle technischen und organisatorischen Elemente der operativen Gefahrenabwehr, die sich mit der Rettung von Menschen, der Erkennung von Gefahren und deren Abwehr­planung beschäftigen wie etwa behördliches und betriebliches Risiko- und Krisenmanagement sowie soziale und methodische Kompetenzen für Führungskräfte. In Verbundforschungsprojekten stehen die wissenschaftliche Analyse und das Bereitstellen von Anwenderexpertise im Vordergrund.

Weitere Informationen
Fachhochschule Köln
Fakultät für Anlagen, Energie- und Maschinensysteme
Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr
David Marten
Tel: 0221/ 82 75 -22 96
E-Mail: david.marten@fh-koeln.de
http://www.ems2012.in/
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