Je eher, desto besser

(djd). Bei der Senkung der Heizkosten spielt das Dach eine wichtige Rolle. Worauf bei einer nachträglichen Dämmung zu achten ist, erläutert Ekkehard Fritz, Leiter Fachbereich Steildach bei Paul Bauder. Fritz arbeitet in diversen Fachgremien mit.

– Welche Rolle spielt das Dach in der Energiebilanz des Hauses?

Ekkehard Fritz: Die Energieverluste über die Dachflächen belaufen sich auf 20 bis 30 Prozent der Gesamtenergieverluste. Bei der Planung energetischer Sanierungen sollte man das Haus insgesamt betrachten – im Idealfall passt alles vom Dach bis in den Heizungskeller.

– Und welche Art der Dämmung ist am wirkungsvollsten?

Ekkehard Fritz: Am besten geeignet ist eine unterbrechungsfrei und wärmebrückenfrei ausgeführte Dämmung, die sich optimal mit einer Aufsparrendämmung erzielen lässt. Bei Zwischensparren- und Innendämmungen ist durch die verschiedenen Materialien etwa von Dämmung, Sparren und Zwischenwänden die Wärmebrückengefahr dagegen groß. Die Aufsparrendämmung umschließt das Dach lückenlos.

– Wann ist der ideale Zeitpunkt für die Dachdämmung?

Ekkehard Fritz: Je eher sie durchgeführt wird, desto besser. Denn jedes Jahr mit schlechter Dämmung kostet bares Geld. Besonders wirtschaftlich sind die Arbeiten auf dem Dach, wenn bereits ein Gerüst am Haus aufgebaut wird, etwa zur Fassadenrenovierung oder Neueindeckung des Dachs.

– Wie dick muss eine Dämmung ausfallen, welche Rolle spielt die Wärmeleitstufe?

Ekkehard Fritz: Nach aktueller EnEV darf der U-Wert maximal 0,24 betragen, für eine KfW-Förderung darf er nicht über 0,14 liegen. Polyurethan-Hartschäume erreichen die EnEV-gerechte Aufsparrendämmung bei circa 120 Millimetern Stärke, für eine KfW-Förderung müssen es 160 bis 180 Millimeter sein. Weniger leistungsfähige Werkstoffe etwa aus Mineralfasern, Cellulose oder Holzfasern müssen deutlich stärker ausfallen – bis zu 320 Millimeter können hier für eine KfW-gerechte Dämmung nötig sein. Solche Aufsparrendämmungen können das Haus quasi optisch erdrücken, zudem kann es dann statische Probleme geben.

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