Ist CBD wirklich das Allheilmittel, zu dem es gemacht wird?

CBD

CBD. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es eine Vielzahl an Hanfprodukten, sowohl zum inneren und äußeren Gebrauch als auch in Form von Alltagsprodukten. Während die Hanffaser schon immer als Seil oder Stoff für Bekleidung verarbeitet werden durfte, war der Konsum nicht immer erlaubt. Unter anderem galt er im Mittelalter sowie seit den 70er-Jahren als verboten.

Hanfprodukte damals und heute

Deutschland sieht seit dem 2017 in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung des Betäubungsmittelgesetzes einigen Lockerungen entgegen. Sie haben unter anderem dazu geführt, dass das Extrakt von Cannabidiol (CBD) aus Cannabis frei verkäuflich ist, solange sein THC-Gehalt unter 2 Prozent liegt. Denn Produkte mit Cannabidiol unter dem THC-Grenzwert gelten als Nahrungsergänzungsmittel.

Dennoch ist nicht ganz klar, welchen Nutzen CBD Öl Sativa eigentlich bringt. Ist es ein Heilmittel oder handelt es sich eher um viel Lärm um nichts?

CBD hat angeblich viele positive Wirkungen auf das Wohlbefinden von Patienten, die unter Schmerzen leiden. Aber auch Patienten, die unter Psychosen oder Multipler Sklerose leiden, sollen von ihm profitieren.

Die Studienlage über CBD und seine Wirkung

Die Werbung überrascht immer wieder mit Aussagen, in denen sie CBD gerne als Allheil- oder Wundermittel anpreist. Sie spricht unter anderem davon, dass es Schmerzen lindern und beim Einschlafen helfen kann.

Inzwischen sind allein in Deutschland über 100 Nahrungsergänzungsmittel mit CBD erhältlich. Die Auswahl geht von Cremes, Shampoos und Kaugummis bis zu Brownies und Kaffee.

Es ist nicht so, dass Cannabidiol keine Wirkung hätte. Es dürfen eben nur keine Heilversprechen mit ihm in Verbindung gebracht werden. Dennoch belegen viele Studien, dass es positive Wirkungen haben kann, sowohl auf die Psyche als auch den Körper.

Es gibt insgesamt über 100 klinische Untersuchungen, die die Wirkung bei unterschiedlichen Indikationen zum Thema hatten. Ihre Aussagen sind auch der Grund dafür, dass CBD inzwischen in so vielen Ländern als Medikament zugelassen ist.

Seit 2019 ist es in Deutschland zum Beispiel als rezeptpflichtiges Arzneimittel gegen bestimmte Epilepsieformen zugelassen.

Konsumenten von CBD-Produkten beschreiben seine Wirkung meist als eher unterschwellig. Ähnlich wie Baldrian soll es zur Entspannung und Ausgeglichenheit beitragen. Sein Geschmack rangiert irgendwo zwischen erdig bis herb. Seine Beliebtheit dürfte also nicht am Geschmack liegen. Aber was macht CBD dann so besonders? 

Welche Wirkung sich Konsumenten von CBD erhoffen können: therapeutischer Nutzen

Welchen gesundheitlichen Nutzen die Konsumenten erwarten dürfen, ist ein bisschen umstritten. Das liegt unter anderem daran, dass es einen Unterschied zwischen Lifestyle-Produkten und medizinischem CBD gibt, das hochdosiert und damit rezeptpflichtig ist. Tatsächlich gibt es noch keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass das freiverkäufliche CBD wirkt.

Allerdings gibt es schon studienbasierte Aussagen über die Wirkung von medizinisch eingesetztem Cannabidiol. Die Universität von Tel Aviv sowie der Hebräischen Universität Jerusalem fand 2015 in Tierversuchen heraus, dass es bei der schnelleren Heilung von Knochenbrüchen hilft. Die Einnahme von CBD wirkt sich, Studien zufolge, auch bei vielen weitere Erkrankungen wie z. B. Krebs, Alzheimer oder Epilepsie, positiv aus.

CBD bei psychischen Leiden und Ängsten

Auch Patienten mit psychischen Leiden und Ängsten können davon profitieren. Cannabidiol hilft zwar nicht bei allen Nervenerkrankungen, aber eine Linderung oder vielleicht sogar Heilung ist durchaus in Aussicht. Insbesondere bei Panikattacken und Angststörungen. Hier sollen CBD-Öl oder CBD-Kapseln am besten geeignet sein.

In den 1980er Jahren stellte zum Beispiel eine brasilianische Arbeitsgruppe fest, dass 40 mg orales CBD die Herzfrequenz stabilisieren. Da Depressionen die psychische Volkskrankheit Nummer 1 sind, dürften gerade Patienten, die unter depressionsbezogener Anhedonie (Freudlosigkeit) leiden, von CBD als Medikament profitieren. Denn es zeigte sowohl im Tierversuch als auch beim Menschen angstlösende Effekte.

CBD bei Entzündungen und neuropathischen Schmerzen

Entzündungen der Gefäße gelten als Vorstufe von Herzkrankheiten, Diabetes und mehreren Krebsformen. Die Risiken einer solchen Erkrankung sollten immer mit vorbeugenden Maßnahmen diskutiert werden. Für die CBD-Einnahme spricht, dass sich mit ihr Entzündungen unterdrücken lassen. Die Aussagen sind aber mit Vorsicht zu genießen. Denn was ist, wenn das CBD die Entzündungen zu stark hemmt? Wissenschaftler gehen davon aus, dass vor allem die Dosierung entscheidet, ob sich die Gabe langfristig positiv oder negativ auswirkt. Ärzte sollten daher die Möglichkeit einer durch eine zu hohe Dosis ausgelöste geminderte Wirksamkeit unseres Immunsystems berücksichtigen.

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

CBD kann bei vielen Erkrankungen hilfreich sein. Dennoch ist leider nicht gesetzlich geregelt, wie es mit der Kostenübernahme aussieht. Inzwischen ist bekannt, dass die Krankenkassen die Behandlung mit CBD zum Beispiel bei Epilepsie übernehmen. Aber auch Patienten, die unter anderen schweren Krankheiten wie z. B. Krebs, PTBS, Morbus Parkinson und MS leiden, können ihren Arzt auf die Medikation mit Cannabidiol ansprechen. Das liegt unter anderem daran, dass es für diese Erkrankungen Studien gibt, in denen Forscher die Wirksamkeit untersucht haben.

So wirkt sich CBD-Konsum auf den Körper aus

CBD wirkt sich auf das Endocannabinoid-System des Körpers aus, dockt also an seine Rezeptoren (in der Mehrzahl die endogenen Cannabinoid-CB1- und CB2-Rezeptoren) im Gehirn an und reagiert mit weiteren Rezeptoren (z. B. Opiod-Rezeptoren).

Das bedeutet, dass es seine Wirkung an mehreren Stellen im Körper entfalten kann. Des Weiteren wirkt es sich auf den Serotonin-Stoffwechsel aus. Das dürfte vermutlich auch die antidepressive Wirkung von Cannabidiol erklären.

Hat CBD Nebenwirkungen?

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, die sich Aufklärung über die Nebenwirkungen von CBD wünschen. Tatsächlich zählen Müdigkeit und Schwindel zu den häufigsten. Aber auch verschiedene psychische Effekte sowie Mundtrockenheit.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Patienten meistens innerhalb eines kurzen Zeitraums eine Toleranz entwickeln. Heute geht man davon aus, dass der Langzeitkonsum von CBD unbedenklich ist. Es ist jedoch denkbar, dass er die Entwicklung des zentralen Nervensystems von Kindern beeinflusst.

Fazit: Die Wirkung von CBD im Überblick

Die meisten Studien über CBD beziehen sich auf die klinische Anwendung als Arzneistoff und werden demzufolge ärztlich betreut. Patienten solcher Studien erhalten relativ hohe Dosierungen, die je nach Toleranz zwischen 2-5 mg/kg pro Tag bis zu einer Maximaldosis von 25 mg/kg oder 50 mg/kg pro Tag schwanken.

Einigermaßen sichere Aussagen über den medizinischen Nutzen von CBD lassen sich daher nur in diesem Zusammenhang treffen.

Alle anderen subjektiven Auswirkungen und Empfindungen, insbesondere die beruhigende und schlaffördernde Wirkung, sind noch nicht ausreichend untersucht. Daher dürfen Marketingabteilungen, auch wenn viele Konsumenten sie immer wieder beschreiben, nicht mit ihnen werben.

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