IPRI-Forschungsprojekt SafeMed: Fokus, aktueller Stand und weiteres Vorgehen

> Der Forschungsfokus und das Projektkonsortium <
Die Sicherung einer adäquaten Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ist nicht nur aus individualmedizinischer Sicht, sondern auch aus volksgesundheitlicher Perspektive von Aktualität. Die Medikamentenversorgungskette (MVK) verläuft vom Hersteller über den Großhandel bis zum Point of Sale / Point of Care. Deren Funktion kann in zwei, für dieses Projekt relevante Aspekte unterteilt werden:
• Produktsicherheit – Medikamente, deren Wirkung der vorgesehenen Wirkung entsprechen
• Versorgungssicherheit – die richtigen Medikamenten in ausreichender Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Beide Komponenten der Funktion der MVK können durch interne und externe Bedrohungen gefährdet werden. Zur Prävention der Beeinträchtigung der Produktsicherheit bestehen seit Jahren Qualitätsanforderungen in Produktion und Distribution auf Grundlagen von Gesetzen und Richtlinien. Diese werden kontinuierlich verbessert; aktuell anhand der EU-Richtlinie vom 8. Juni 2011 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel hinsichtlich der Verhinderung des Eindringens von gefälschten Arzneimitteln in die legale Lieferkette.

Weniger im Betrachtungshorizont der wissenschaftlichen Forschung und behördlichen Aufsichtsfunktion waren in der Vergangenheit externe Bedrohungen der Versorgungssicherheit, z.B. Umweltkatastrophen, Treibstoffknappheit, steigende Materialpreise, aber auch monopolistische Wettbewerbsverzerrungen. Die Erarbeitung von Maßnahmen zur Sicherstellung der regulären Medikamentenversorgung im Falle solcher beispielhafter Bedrohungsszenarien ist Aufgabe von SafeMed.

Das Projektkonsortium, welches sich zur Erfüllung dieser Aufgabe gebildet hat besteht aus drei wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen (IPRI gGmbH, ZIRN – Interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt Risiko und Nachhaltige Technikentwicklung der Universität Stuttgart, Fachgebiet für Finanzwissenschaft und Gesundheitsökonomie der Technischen Universität Berlin), Unternehmensvertretern aller Stufen der MVK (bioysn Arzneimittel GmbH, PHOENIX Pharmahandel GmbH & Co. KG, trans-o-flex Schnell-Lieferdienst GmbH & Co. KG, Sanicare-Versandapotheke, Krankenhausapotheke Marienhospital Stuttgart, Rotebühl-Apotheke Stuttgart), beratenden Unternehmen der Pharmabranche (GS1 Germany GmbH, Novineon Healthcare Technology Partners GmbH) sowie assoziierten Verbänden.

> Aktueller Projektstand und Ausblick auf weitere Schritte < In einem ersten Projektschritt wurde, anhand einer warenkettenübergreifenden Prozessanalyse ein Verständnis der Arbeitsweise der Glieder der MVK geschaffen und hieraus branchentypische Referenzprozesse abgeleitet. Darauf aufbauend folgte die Erstellung eines morphologischen Kastens mit Bedrohungs-Einflussfaktoren. Dieser dient, unter Nutzung strukturierter Methoden der Szenarioanalyse, einer Ableitung konsistenter Bedrohungsszenarien. Zur Verifizierung und zur Abschätzung der Risikoprofile wird ein Delphi-Workshop durchgeführt. Ergebnis der Erarbeitung, Analyse und Bewertung der Bedrohungsszenarien ist eine Safety-Risk-Map. Systemgestalterische und technische Sicherheitskonzepte werden präventiv für diese Bedrohungsszenarien, oder eine Auswahl davon, erarbeitet. Eine betriebs- und volkswirtschaftliche Bewertung wird sicherstellen, dass diese Maßnahmen auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Ein zu entwickelndes Dialogkonzept mit Vertretern aus Wissenschaft, Industrie, Endnutzern und der Öffentlichkeit („Runder Tisch“), soll der aktiven, zielorientierten Kommunikation im Krisenfall dienen und zur Orientierung der betroffenen Bevölkerung beitragen. Ziel ist eine ganzheitliche, warenkettenübergreifende Strategie zur Prävention und Reaktion im Bedrohungsfall zu entwickeln. Interessierte Unternehmen, Verbände und Forschungsinstitute sind eingeladen, sich an den Studien zu beteiligen und mit uns in den Dialog zu treten. Förderhinweis: Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 13N11195 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor. Ansprechpartner:
International Performance Research Institute gGmbH
Prof. Dr. Georg Urban, Dipl.-Kfm. Dipl.-Sportwiss. Andreas Aschenbrücker
Königstraße 5
D-70173 Stuttgart
Telefon: 0711-6203268-885
Telefax: 0711-6203268-889
E-Mail: aaschenbruecker@ipri-institute.com

Über IPRI:
Das International Performance Research Institute (IPRI) ist eine gemeinnützige Forschungsgesellschaft auf dem Gebiet der Betriebswirtschaftslehre. Unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth und PD Dr. Mischa Seiter betreibt das Institut international angelegte Forschung mit dem Schwerpunkt auf Controlling sowie Performance Measurement und Management von Unternehmen und Unternehmensnetzwerken sowie öffentlichen Organisationen. Im Mittelpunkt steht die Durchführung von nationalen und internationalen Forschungsprojekten und Studien.

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