IPK Wissenschaftler erhält mit zwei Millionen Euro dotierten ERC Consolidator Grant

Mit PD Dr. Thorsten Schnurbusch hat sich ein Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) erfolgreich im Wettbewerbsverfahren um einen der begehrten ERC Consolidator Grants durchgesetzt. Der Europäische Forschungsrat fördert damit jedes Jahr vielversprechende Wissenschaftler am Beginn einer unabhängigen Karriere. Die Förderhöchstsumme von zwei Millionen Euro stehen Thorsten Schnurbusch und seinen Kollegen nun für ein Forschungsprojekt zum molekularen Verständnis der Entwicklung von Getreideährchen zur Verfügung. Erstmals erhält damit ein Leibniz-Institut in Sachsen-Anhalt diese renommierte Auszeichnung.

Ährchen sind der Blütenstand entlang einer Getreideähre, in denen sich später die einzelnen Körner entwickeln. Bekannt ist, dass dieser Wachstumsprozess der Pflanze und damit die Anzahl der späteren Körner genetisch begrenzt wird. Unklar ist jedoch, wie genau diese Prozesse auf molekularer Ebene gesteuert werden: „Es gibt Genotypen, bei denen viele der in der frühen Entwicklung angelegten Ährchen absterben und dann wiederum Genotypen, bei denen dies kaum geschieht. Verstehen wir diesen Vorgang besser, könnten wir darauf hinarbeiten, diese Verluste zu reduzieren und damit ganz neuen Ansätzen zur Ertragssteigerung nachgehen.“, erläutert Thorsten Schnurbusch. Das Projekt erhält die Fördersumme für die Dauer von fünf Jahren. Die Durchführung der Forschungsarbeiten erfolgt in Zusammenarbeit mit der IPK Arbeitsgruppe Angewandte Biochemie unter der Leitung von Dr. Hans-Peter Mock.

„Die Einwerbung dieses herausragenden Forschungsprojekts durch einen Wissenschaftler aus dem Institut ist auch eine Auszeichnung für das IPK als eine der weltweit führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Pflanzenforschung.“, so Professor Dr. Andreas Graner, geschäftsführender Direktor am IPK Gatersleben.

Thorsten Schnurbusch konzentrierte sich im Rahmen seiner Forschungsarbeiten frühzeitig auf die Aufklärung der genetischen Hintergründe landwirtschaftlich interessanter Merkmale von Weizen und Gerste. Für die herausragende Qualität seiner Leistungen erhielt er im Jahr 2004 ein Feodor-Lynen Research Fellowship der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, welches mit einem Forschungsaufenthalt am Australischen Centre for Plant Functional Genomics (ACPFG) der Universität von Adelaide verbunden war. 2015 verlieh die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihm eines der renommierten Heisenberg-Forschungsstipendien. Mit diesem hochrangigen Stipendium werden ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefördert, die alle Voraussetzungen erfüllen, um auf eine unbefristete Professur berufen zu werden. Thorsten Schnurbusch ist seit 2008 Leiter der Arbeitsgruppe Pflanzliche Baupläne am IPK.

Weitere Informationen

Die ERC Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrats fördern vielversprechende Wissenschaftler/innen am Beginn einer unabhängigen Karriere zwischen 7 und 12 Jahren nach der Promotion. Zielgruppe der ERC Consolidator Grants sind exzellente Wissenschaftler/innen, deren eigene unabhängige Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet. Als Grundlage für die Bewertung dienen abhängig von Forschungsfeld und Karrierezeitpunkt bestimmte Benchmarks. So sollten Antragsteller/innen mehrere wichtige Publikationen ohne ihre/n Promotionsbetreuer/in nachweisen können. Weitere Benchmarks sind Publikationen als Erstautor/in und Letztautor/in in führenden internationalen Zeitschriften, (übersetzte) Monographien, Patente, Vorträge auf internationalen Konferenzen oder (internationale) Wissenschaftspreise.

Das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben ist eine außeruniversitäre, mit Bundes- und Ländermitteln geförderte Forschungseinrichtung und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Am IPK forschen und arbeiten mehr als 500 Mitarbeiter/-innen aus über 30 Nationen. Zentrales Anliegen der wissenschaftlichen Arbeiten am IPK ist die Untersuchung der genetischen Vielfalt von Kultur- und verwandten Wildpflanzen und der Prozesse, die zu ihrem Entstehen geführt haben. Daraus abgeleitet erfolgt die Aufklärung der molekularen Mechanismen, die zur Ausprägung und Variation pflanzlicher Merkmale beitragen. Hieraus erwachsende Erkenntnisse ermöglichen die Entwicklung und Anwendung von Strategien zu einer vertieften Charakterisierung und darauf aufbauend zu einer wissensbasierten Nutzbarmachung der in der Genbank vorgehaltenen pflanzengenetischen Ressourcen.

Ansprechpartner für die Medien

Anne Mesecke, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Geschäftsstelle des Direktoriums I Öffentlichkeitsarbeit, Corrensstraße 3, 06466 Seeland OT Gatersleben, Tel. +49 039482 5837 – Fax: +49 039482 5500 – E-Mail: mesecke@ipk-gatersleben.de

Fachlicher Ansprechpartner

PD Dr. Thorsten Schnurbusch, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Corrensstraße 3, 06466 Seeland OT Gatersleben – Tel. +49 039482 5341 – E-Mail: thor@ipk-gatersleben.de

Prof. Dr. Andreas Graner, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), Corrensstraße 3, 06466 Seeland OT Gatersleben – Tel. +49 039482 5220 – E-Mail: graner@ipk-gatersleben.de

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