IPHT-Wissenschaftler erhalten Thüringer Forschungspreis

Das von Dr. Riesenberg und seinem Team entwickelte linsenlose holografische Mikroskop wurde für einen Blood Cell Counter konzipiert. Als Lichtquelle dient eine einfache Laserdiode, wie sie für einen Laserpointer gebräuchlich ist. Mit einem digitalen Bildsensor werden Interferenzbilder von Blutzellen, die sich in einem Fluidik-Chip befinden, aufgenommen und mit Hilfe moderner Mikroprozessortechnologie in 3D-Bilddatensätze umgewandelt.

„Mit dem nur aus Chips bestehenden Mikroskop ist es uns gelungen, moderne Rechentechnologie und Optik in einem kompakten System zusammen zu bringen, dass in einigen Eigenschaften die optische Mikroskopie übertreffen kann. Darüber hinaus konnten wir ein robustes Analysegerät für die medizinische Vor-Ort-Diagnostik realisieren“, so Dr. Rainer Riesenberg, Leiter der Arbeitsgruppe Sensorsysteme.

Mit Hilfe des Blood Cell Counters werden z.B. Mediziner online Veränderungen der Blutzellen erfassen können. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse helfen bei Diagnose und personalisierten Therapie-Entscheidungen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten eröffnen sich im Bereich der Vor-Ort-Analyse sowie perspektivisch auf dem Gebiet der Telemedizin.

„Gemäß unserem Motto „From ideas to instruments“ erforschen und entwickeln unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innovative, photonische Technologien für vielfältige Anwendungsbereiche, unter anderem in der Medizin, dem Umweltmonitoring und der Lebensmittelsicherheit. Dabei ist es für uns unerlässlich, dass die technischen Lösungen den Anforderungen möglicher Anwender gerecht werden und gleichzeitig bezahlbar sind“, so Prof. Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Institutes für Photonische Technologien.

Hintergrund
Die Verleihung des Thüringer Forschungspreises findet am 14. März in Jena statt. Die Auszeichnung wird seit 1995 an Forscherguppen und Einzelpersonen aus Thüringer Hochschulen und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen vergeben. Er dient als Anerkennung außergewöhnlicher Forschungs- und Transferleistungen. Im vergangenen Jahr bereits wurde dem IPHT der Thüringer Forschungspreis in der Kategorie Transfer zuerkannt.

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien
Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT) erforscht die wissenschaftlichen Grundlagen für photonische Verfahren und Systeme höchster Sensitivität, Effizienz und Auflösung. Gemäß dem Motto „Photonics for Life – from ideas to instruments“ entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am IPHT maßgeschneiderte Lösungen für Fragestellungen aus den Bereichen Lebens- und Umweltwissenschaften sowie Medizin.

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