Investition ins Wohlgefühl

(djd). Die meisten Menschen wünschen sich in regelmäßigen Abständen einen Tapetenwechsel, die Lust auf Veränderung in den eigenen vier Wänden ist groß. Das gilt nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass das Zuhause als Rückzugsort immer wichtiger wird – der Trend in Richtung „Homing“ dürfte sich also weiter durchsetzen. Das Angebot an Farben, Formen und Materialien für die Inneneinrichtung erscheint allerdings riesig – und macht es schwer, ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwerfen.

Generell geht in puncto Design die geradlinige Formensprache weiter, die moderne Innenraumgestaltung mit ihren klaren Linien ist noch immer aktuell. Auf der anderen Seite werden gerade Raumtextilien wie Vorhänge, Bezugstoffe und Tapeten zu wichtigen Bestandteilen, um die etwas kühl und farblos wirkende „Moderne“ zu ergänzen. Ob unifarben oder bunt: Solche hochwertigen, modischen Accessoires haben derzeit Konjunktur. Erlaubt ist alles, was den persönlichen Stil unterstreicht. Das gilt im Übrigen auch für die Einrichtung selbst, hier werden nach Beobachtung des Verbands der Möbelindustrie ebenfalls traditionelle Grenzen überwunden: Der moderne Bewohner setzt den Fernseher in die Küche oder stellt die Badewanne ins Schlafzimmer.

In unserem Special geben wir Tipps, wie die eigenen vier Wände durch relativ einfache Maßnahmen umgestaltet und aufgewertet werden können. Ganz stark im Kommen sind beispielsweise Tapeten. Durch Farbe und klare Muster können sie einer Wand spektakuläre Wirkung verleihen.

Trendtapeten: Mut zur Farbe

Weißes Einerlei an den Wänden war gestern. Heute ist bei der Gestaltung von Räumen mehr Individualität erlaubt – ob mit kräftigen Farben oder mit Tapeten im Retrolook der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Dabei kommt es auf das stimmige Gesamtbild an: Während eine Wand mit einem ausdrucksstarken Motiv besondere Akzente setzt, wird der übrige Raum passend dazu in einem Uni-Ton tapeziert. Das Resultat ist ein Wohnraum mit persönlichem Charakter. „Das Gestalten der Räume mit anspruchsvollen Dessins feiert ein eindrucksvolles Comeback“, beschreibt Wohnexpertin Regine Kuhlei, langjährige Chefredakteurin der Zeitschrift „Zuhause Wohnen“, die Einrichtungstrends für 2013. Gemeinsam mit der Marburger Tapetenfabrik stellt das Magazin bereits zum zweiten Mal eine eigene Trendkollektion vor (Informationen: http://www.marburg.com).

Gleich fünf fröhliche Kollektionen – vom Fifties-Look bis zu „Flowerpower“-Motiven – spannen dabei einen kreativen Bogen für die Gestaltung der eigenen vier Wände. „Nur Mut zur Farbe“, kommentiert Marburger-Chefdesigner Dieter Langer beispielsweise den Trendentwurf „Colour Blocking“. Knallrote Blüten und weiße Blätter präsentieren sich dabei auf einem farbenfrohen Hintergrund. „Zurück in die Zukunft“ könnte ein anderes Trendmotto lauten: Anleihen an die 50er Jahre prägen dieses Retrodesign. Schwarz bildet dabei einen Ruhepol, ein Beerenton und Apricot sorgen für Leichtigkeit. Daneben sind weitere Farbvarianten erhältlich.

Mineralputze sorgen für farbenfrohe Zimmer

Statt mit einer Tapete können Heimwerker in Eigenregie und ganz unkompliziert auch mit einem Wandputz verschiedene Stimmungen erzeugen – anregend, gemütlich oder beruhigend. Die Wunschfarbe wird dabei in den Wandputz vor dem Auftragen einfach eingerührt. Mit Easyputz bietet Knauf beispielsweise einen mineralischen Dekorputz, der von Haus aus mattweiß ist. Für die gewünschte Farbe sorgen dann die passenden „Compact Colors“. Das sind hochkonzentrierte Farbpigmente. Sie sind bereits zu je zwei beziehungsweise sechs Gramm vorportioniert. Das ermöglicht ein exaktes Dosieren. Zu den Trendfarben gehören in diesem Jahr unter anderem Ingwer, Café au lait, Pistazie und Himbeer. Die Varianten Azurblau, Sand und Terracotta sind Dauerbrenner, die viele Selbermacher nutzen, um die Erinnerung an den vergangenen Sommerurlaub auch im Herbst und Winter frisch zu halten.

Wer seine Wände schon einmal mit Dispersionsfarben verschönert hat, beherrscht auch das leichte Verputzen. Der Dekorputz lässt sich nach vorheriger Grundierung sowohl sprühen als auch mit der Rolle auftragen. Mit einem Sprühgerät wird das Material schnell und einfach auf Wand und Zimmerdecke aufgebracht. Die Verarbeitungsmethode ist eine saubere Angelegenheit und ohne lästiges Vorstreichen der Ecken und Kanten möglich. Der Dekorputz lässt sich auch auf vorhandenen Tapeten verarbeiten, sofern sie noch fest mit der Wand verbunden sind.

Effektplatten: Wenig Aufwand, große Wirkung

Wer Abwechslung in seine vier Wände bringen will, muss keineswegs eine Komplettmodernisierung in Angriff nehmen. Bereits mit geringem Zeitaufwand und wenig Geld lassen sich Räume verschönern oder Möbel optisch verändern – beispielsweise mit Effektplatten, die Schränken, Tischen und Regalen in kurzer Zeit eine komplett neue Wirkung geben. Selbst der unansehnlich gewordene Fliesenspiegel in der Küche verschwindet hinter den dünnen Platten aus speziellem, selbstklebendem Kunststoff.

Neue Akzente auf der Schranktür oder gleich eine komplett neue Verkleidung für den Tresen in der Küche: Der Heimwerker kann mit den Platten, die in vielen Größen und Ausführungen erhältlich sind, ganz der eigenen Kreativität folgen. Ob ein edler Hochglanz-Look oder sogar täuschend echt nachgeahmtes Leder, die Auswahl an Oberflächen bei Herstellern wie beispielsweise Gutta ist groß. Die Effektplatten lassen sich mit einem Teppichmesser einfach zuschneiden und sind dank der selbstklebenden Rückseite schnell fixiert. Einzige Voraussetzung: Der Untergrund sollte vorher gesäubert werden, damit er trocken, schmutz-, fett- und silikonfrei ist (Informationen: http://www.gutta.de).

Tageslicht für fensterlose Räume

In fensterlosen Räumen kommt der Lichtschalter besonders häufig zum Einsatz, vor allem in düsteren Treppenhäusern oder in Badezimmern ohne natürlichen Lichteinfall führt daran kein Weg vorbei. Doch das künstliche Licht ist meist nur die zweitbeste Lösung: Es wird nicht nur als ungemütlich empfunden, sondern macht sich durch den zusätzlichen Energiebedarf auch im Geldbeutel bemerkbar. Dabei gibt es für fensterlose Räume im Dachgeschoss Lösungen, die auch bei einer nachträglichen Montage genug Tageslicht hineinlassen.

Befinden sich die dunklen Zimmer in der obersten Etage, kann man mit Lösungen wie etwa dem „Tageslicht-Spot“ von Velux nachträglich für hellere Verhältnisse sorgen. Durch eine Scheibe auf dem schrägen oder dem flachen Dach wird das Tageslicht über ein reflektierendes Rohr direkt in das innen liegende Zimmer geleitet – und das Kunstlicht wird seltener benötigt. Der Vorteil: Nicht nur die Atmosphäre im Raum wird angenehmer, zugleich geht auch der Stromverbrauch zurück. Der Lichttunnel bringt nach Herstellerangaben genügend Helligkeit in den Raum, um eine Fläche von bis zu neun Quadratmetern zu versorgen. Für den Abend oder die Nacht sind die Spots zusätzlich mit einem Beleuchtungszusatz ausgestattet. Unter http://www.velux.de gibt es Adressen von Fachbetrieben vor Ort, die zu allen entsprechenden Möglichkeiten beraten.

Durchblick am Herd: Lichtplanung in der Küche

Auf den nötigen Durchblick kommt es nicht nur in fensterlosen Räumen, sondern auch in der Küche an. Ohne gutes Licht kann es beim Schneiden, Schälen oder Hacken schnell Verletzungen geben. Mit einer Leuchte allein ist es meistens nicht getan. Wer eine neue Küche plant oder die vorhandene Ausstattung modernisieren möchte, sollte sich deshalb Zeit für eine individuelle Lichtplanung nehmen, lautet der Tipp des Beleuchtungsexperten Alexander Schwarz von Oligo Lichttechnik: „Zum einen benötigt man eine gute Allgemeinbeleuchtung für die Arbeitsfläche, den Herd und den Blick in Schränke und Regale. Zum anderen kann man mit Einzelleuchten für Atmosphäre sorgen, etwa im integrierten Essbereich.“ Besonders praktisch sei es, so Schwarz, das Licht auf Schienen zu setzen. Denn solche Systeme ließen sich in ihrem Verlauf unter der Decke ganz an den eigenen Küchengrundriss anpassen. Mit einem schwungvollen Dreh an der Decke kann eine Lichtinstallation zudem eine individuelle Note erhalten (Informationen: http://www.oligo.de). Ganz nach persönlichem Geschmack und abhängig von der Inneneinrichtung lässt sich auch die Oberflächenveredlung auswählen: von Chrom, Silber matt, Aluminium gebürstet bis hin zu golden schimmernd. LED-Leuchten sorgen für eine gute Ausleuchtung bei zugleich geringem Energieverbrauch.

Automatischer Sichtschutz auf Knopfdruck

Die kalte Jahreszeit ist auch die beste Gelegenheit, um sich mit dem Einbau von Sonnenschutzsystemen an den Fenstern für die warme Jahreszeit zu wappnen. Denn dann gilt es, die Hitze aus den Räumen fernzuhalten und die Wohnung angenehm zu verschatten. Aber auch im Winter können innen und außen liegende Behänge an den Fenstern wichtige Funktionen übernehmen. So fühlen sich viele Menschen in ihrem Wohnzimmer wie auf dem Präsentierteller, wenn es draußen früh dunkel wird und sie drinnen bei hellem Licht hinter ungeschützten Fenstern sitzen. Rollladen- und Sonnenschutzsysteme übernehmen hier eine wichtige Rolle beim Schutz der persönlichen Sphäre sowie als Bestandteil der Innenraumgestaltung.

Mit Hausautomationssystemen lassen sich die Behänge komfortabel und exakt steuern und schaffen so eine Atmosphäre genau nach Wunsch. Motorisierte Außen- und Innenjalousien etwa können nicht nur per Fernbedienung geöffnet oder geschlossen werden, auch ihr Neigungswinkel lässt sich mit entsprechenden Bedienelementen millimetergenau einstellen. Einfach und intuitiv geht das beispielsweise mit der Steuerung „Telis Modulis RTS“ von Somfy. Sie besitzt ein Scrollrad, durch dessen Drehung sich Sichtschutz und Lichteinfall exakt dosieren lassen (Informationen: http://www.somfy.de).

Scroll to Top