Interventionelle Onkologie verbessert Heilungschancen bei Krebs

Die Behandlung von Krebs ist für die Patienten häufig mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Durch den Einsatz von bildgesteuerten, minimal-invasiven Methoden der interventionellen Onkologie verbessern sich die Heilungschancen bei weitverbreiteten Krebsarten wie Lungen-, Nieren- und Leberkrebs. Mit minimal-invasiven Therapieverfahren lassen sich unter anderem Krankenhausaufenthalte reduzieren. Die Lebensqualität steigt. Einige neue innovative Verfahren werden derzeit auf der Europäischen Konferenz für Interventionelle Onkologie (ECIO) im Estrel Convention Center in Berlin vorgestellt.

Krebserkrankungen werden immer häufiger, was vor allem auf die wachsende Weltbevölkerung sowie das zunehmende Alter zurückzuführen ist. Allein 2012 wurde weltweit bei 14,1 Millionen Menschen Krebs festgestellt – elf Prozent mehr als vier Jahre zuvor. 8,2 Millionen Menschen starben an verschiedenen Arten von Krebs. Das belegen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Besonders bei Lungenkrebs ist die Sterberate weiterhin sehr hoch. Neue interventionelle onkologische Methoden, Systemtherapien sowie innovative operative Verfahren und Bestrahlungstechniken haben in den vergangenen Jahren die Prognosen für eine längere Lebensdauer verbessert. Allerdings sind Operationen nicht bei allen Patienten erfolgreich. Der Vorteil von minimal-invasiven Methoden ist, dass diese mit anderen Therapien kombinierbar sind und in manchen Fällen sogar wiederholt werden können, so dass die Chancen für eine erfolgreiche Therapie steigen.

 

Fokussierung auf das erkrankte Gewebe

„Minimal-invasive Verfahren der interventionellen Onkologie ermöglichen, sich gezielt auf das erkrankte Gewebe zu konzentrieren und die Auswirkungen auf den Rest des Körpers damit so gering wie möglich zu halten“, erklärt Professor Philippe L. Pereira vom Cancer Center SLK-Kliniken Heilbronn. „Bei Patienten mit Lungenkrebs oder Lungenmetastasen werden dünne Sonden – Radiofrequenz-Sonden oder Mikrowellen-Antennen – unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose in die Tumore eingeführt, die dann durch hohe Temperaturen von etwa 100 °C zerstört werden.“ Gesundes Gewebe bleibt von der Behandlung weitgehend unberührt.

Thermische Ablation nennt sich das Verfahren, das auf der ECIO einen Schwerpunkt bildet. Erste klinische Studien haben gezeigt, dass Thermoablationsverfahren genauso effektiv sein können wie eine chirurgische Resektion – allerdings nur für kleine Lungentumore und Metastasen von einer Größe von bis zu drei Zentimetern. Der Vorteil besteht darin, dass eine Thermoablation auch bei Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion durchgeführt werden und bei erneuter Tumorerkrankung bei selektierten Patienten wiederholt werden kann.

Mit der Kombination von interventionellen onkologischen Methoden mit Chirurgie, Chemotherapie oder Bestrahlung lässt sich die Zahl der erfolgreichen Behandlungen erhöhen. Fast alle Eingriffe in der interventionellen Onkologie erfolgen minimal-invasiv durch einen winzigen Stich in die Haut und erreichen so die erkrankten Organe. Dadurch sinkt das operative Risiko für den Patienten, während sich gleichzeitig der Genesungszeitraum nach einer Behandlung verkürzt. Überlebenswahrscheinlichkeit und Lebensqualität des Patienten steigen damit bei zahlreichen Krebserkrankungen deutlich an.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ecio.org.

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