Internationales Konsortium mit CeMM Forschungsgruppenleiterin Joanna Loizou erhält renommierten ERC Synergy Grant

ERC Synergy Grants sollen es mindestens zwei und höchstens vier ForschungsgruppenleiterInnen und ihren Teams ermöglichen, gemeinsam ehrgeizige Forschungsprojekte umzusetzen, die ohne diese internationale Zusammenarbeit nicht möglich wären. Im Rahmen des geförderten Projektes “Dna Damage Response: Actionabilities, Maps and Mechanisms” (Acronym: DDREAMM) setzen die Teams von Joanna Loizou, Jacob Corn und Steve P. Jackson sich mit ergänzenden Expertisen, Forschungshintergründen und Ressourcen dafür ein, wichtige Einsichten in das DNA-Reparatursystem zu gewinnen.

Ab Jänner 2020 widmen sich die drei Teams für die nächsten sechs Jahren der Entschlüsselung und Kartierung des Überwachungs- und Reparatursystems eukaryotischer Zellen. Ziel des Forschungsprojektes ist es, mithilfe modernster Methoden der Geneditierung und der chemischen Biologie die DNA-Reparaturwege und -Interaktionen in unterschiedlichen menschlichen Zelltypen zu kartieren. Diese „Landkarte“ der Reparaturmechanismen wird wichtige Einblicke in die Überwachungssysteme des menschlichen Genoms liefern, leistungsstarke Tools zur präzisen Kontrolle der DNA-Reparaturergebnisse bereitstellen, und die Entwicklung neuer Therapien für Krebs und andere Krankheiten beschleunigen. Joanna Loizou: „Der ERC Synergy Grant ermöglicht es Jacob, Steve und mir, unsere spezifischen Expertisen auf eine ganz neue Weise zu verbinden, weiter am grundlegenden, molekularen Verständnis der DNA-Reparatur zu arbeiten, und die wichtige Frage zu beantworten, wie unsere Genome geschützt und erhalten werden können.“

Da das geförderte Forschungsprojekt in einem sich schnell entwickelnden Forschungsbereich angesiedelt ist, bietet die internationale Partnerschaft darüber hinaus die Möglichkeit, gemeinsam neueste technologische Entwicklungen auf eine Art zu nutzen, wie es den einzelnen Gruppen nicht möglich wäre.

Joanna Loizou hat eine langjährige und international anerkannte Forschungsexpertise in der Untersuchung der Reaktionswege mit denen Zellen auf DNA-Schäden reagieren, um das Genom zu schützen und Krankheiten zu verhindern. Schon während ihres PhD Studiums (2000-2004, UK), und während zweier Postdoktorandenpositionen (2004-2007, Frankreich und 2007-2011, UK) sind wichtige Beiträge zu diesem Forschungsgebiet entstanden. Wegweisende Entdeckungen waren in dieser Ausbildungszeit die Identifikation einer neuartigen Kinase, welche die DNA-Reparatur reguliert (Loizou et al., Cell 2004) die Verbindung der DNA-Schadensantwort mit posttranslationalen Modifikationen und epigenetischer Regulation (Murr * & Loizou * et al Nature Cell Biology 2006) und die Identifizierung und Charakterisierung eines neuartigen Tumorsuppressors (Loizou et al., Cancer Cell 2011).

Seit September 2011 leitet Joanna Loizou eine Forschungsgruppe am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ihre visionäre Forschung soll dazu beitragen, die Reparaturmechanismen der menschliche DNA zu entschlüsseln, und zu verstehen, wie Krankheiten entstehen, wenn Reaktionswege gestört sind. Der Forschungsschwerpunkt von Joanna Loizou liegt auf Krebs. Sie konnte in der Vergangenheit zeigen, dass eine unvoreingenommene Untersuchung der Reaktionswege in der DNA-Reparatur wichtige Aufschlüsse darüber liefern können, wie unsere Zellen auf Schäden der Erbinformation reagieren, welche genetischen Interaktionen für deren Reparatur verantwortlich sind und wie es Zellen gelingt, zu überleben. Mit ihrer Forschung möchte sie dazu beitragen, die Mechanismen der Krebsentstehung zu entschlüsseln und den Weg für bessere Therapien für Krebs und andere Erkrankungen zu ebnen, die durch fehlerhafte oder fehlende DNA-Reparaturmechanismen verursacht werden.

Das CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist eine internationale, unabhängige und interdisziplinäre Forschungseinrichtung für molekulare Medizin unter der wissenschaftlichen Leitung von Giulio Superti-Furga. Das CeMM orientiert sich an den medizinischen Erfordernissen und integriert Grundlagenforschung sowie klinische Expertise, um innovative diagnostische und therapeutische Ansätze für eine Präzisionsmedizin zu entwickeln. Die Forschungsschwerpunkte sind Krebs, Entzündungen, Stoffwechsel- und Immunstörungen sowie seltene Erkrankungen. Das Forschungsgebäude des Instituts befindet sich am Campus der Medizinischen Universität und des Allgemeinen Krankenhauses Wien.
http://www.cemm.oeaw.ac.at

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Joanna Loizou: jloizou@cemm.at

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