Integrative Medizin – neue Konzepte mit Potenzial

„Die wissenschaftlich geprüfte Integrativmedizin hat einen hohen Stellenwert.“ Davon ist der Internist Prof. Dr. Gustav Dobos überzeugt. Der Chefarzt der Klinik für Natur-heilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte erforscht mit seinem Team und in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen an anderen Kliniken, wie sich konventionelle Medizin und Naturheilverfahren zur Integrativen Medizin verbinden lassen. Doch dies alleine genügt ihm nicht. „Wir sollten nicht nur zeigen, dass die Kombination wirksam und sicher ist, sondern auch, dass sie der konventionellen Medizin mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen ist.“

Ein Beispiel dafür ist die Behandlung der Arthrose, die häufigste Gelenkerkrankung des erwachsenen Menschen. In der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen sind bis zu 40 Prozent betroffen. Die Gelenkentzündung und der Schmerz werden mit Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt. Aufgrund ihres Nebenwirkungs-profils sollten diese Medikamente jedoch gerade bei älteren Patienten nur kurzfristig eingesetzt werden, bei bestimmten Erkrankungen sind sie kontraindiziert. Paracetamol hat sich in einer aktuellen Studie als nicht ausreichend wirksam erwiesen. „Bei der Arthrose gibt es jedoch eine Vielzahl wirksamer Verfahren aus dem Bereich der Naturheilkunde: Blutegel, Akupunktur, Bewegungstherapien und Yoga“, sagt Prof. Dobos. Ist das Kniegelenk betroffen, sind Wickel mit Kohlblättern so wirksam wie Schmerzgels.

Naturheilverfahren sind auch bei anderen chronischen Schmerzen hilfreich: Akupunktur wirkt nicht nur bei Gelenkschmerzen, sondern auch bei Spannungskopfschmerz und Migräne vorbeugend. Dass eine Akupunkturbehandlung die Aktivität schmerzverar-beitender Strukturen im Gehirn auch nach dem Ende der Nadeltherapie beeinflusst, zeigte das Team in Kooperation mit Radiologen der Universitätsklinik Essen.

Bei leichten bis mittelschweren Depressionen helfen Methoden aus dem Bereich der Naturheilkunde: Phytotherapeutika wie Johanniskrautextrakte haben hier ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt, und auch Yoga kann die Behandlung – so eine Meta-Analyse von Prof. Dobos und seinem Team – sinnvoll ergänzen.

In einer Ende letzten Jahres publizierten Meta-Analyse bescheinigen die Essener Forscher der Mind-Body-Medizin, welche die klassische Lebensstiländerung wie Ernährungsumstellung und Sport durch Entspannungsverfahren und andere psycho-logische Strategien ergänzt, dass diese bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung im weiteren Verlauf Herzinfarkte vermeiden sowie, Atherosklerose und erhöhten Blutdruck reduzieren kann, nicht aber die Sterblichkeit. Unlängst bescheinigten die Forscher auch dem Yoga, dass es bei Bluthochdruck als ergänzende Therapie wirksam ist.

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