INP Greifswald wird als erste Leibnizeinrichtung Partner in koreanischem Exzellenzforschungsprojekt

Die koreanische Regierung unterstützt mit ihrem millionenschweren Exzellenzforschungsprogramm „Global Research Development Center“ (GRDC) koreanische Wissenschaftseinrichtungen in der Kooperation mit internationalen Partnern im Bereich des Wissens- und Technologietransfers. Pro Jahr werden nach einem zweistufigen internationalen Begutachtungsprozess lediglich 3 Projekte zur Förderung ausgewählt. Gemeinsam mit dem Plasma Bioscience Research Institute (PBRC) der Kwangwoon Universität in Seoul hat sich das INP Greifswald an dieser Initiative mit einem Projektvorschlag zum Aufbau eines „Applied Plasma Medicine Center“ (APMC) erfolgreich beworben. Während der diesjährigen offiziellen Begrüßung der drei neuen Projektkonsortien vor hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft am 31.10.2016 in Seoul sagte der deutsche Botschafter Stephan Auer, er sei hocherfreut, „dass dieses Jahr erstmalig eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft zu den Partnern eines GRDC Projektes gehört“.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem INP Greifswald und dem Plasma Bioscience Research Institute wollen gemeinsam an dem Ziel arbeiten, die medizinische Anwendung kalter physikalischer Plasmen im asiatischen Raum zu unterstützen. Hierzu soll ein besonderes Augenmerk auf grundlegende Leistungsparameter, gemeinsamer Gerätestandards und die Vorbereitung klinischer Studien in Korea gelegt werden. Aus diesem Grund ist auch die neoplas tools GmbH, eine Ausgründung des INP Greifswald, in das Projekt eingebunden. Die Firma hat weltweit den ersten CE-zertifizierten Plasmajet, der als Medizinprodukt der Klasse IIa zugelassen ist, auf den Markt gebracht und wird ihre Erfahrungen und ihr Know How im Bereich der Plasmaquellenentwicklung und Zulassungsverfahren mit einbringen.

Der offizielle Projektstart mit der Eröffnung der Labore und Büroräume in Seoul ist für Februar 2017 geplant.

Stichwort Plasmamedizin:

Was ist Plasma? Plasma wird als vierter Aggregatzustand neben fest, flüssig oder gasförmig bezeichnet. Wird einem Gas Energie zugefügt, spalten sich die Elektronen vom Kern und bewegen sich frei umher. Plasma ist deshalb ein (teilweise) ionisiertes Gas, welches aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit eine Reihe besonderer Eigenschaften aufweist. 99% der sichtbaren Materie befinden sich im Plasmazustand, darunter unsere Sonne und die Sterne. Neben diesem sehr heißen Plasma kann künstlich auch ein kaltes Plasma erzeugt werden – mit biologisch interessanten Eigenschaften. Dieses Plasma wird in der Plasmamedizin unter anderem zur Wundheilung genutzt.

Plasmamedizin ist die zusammenfassende Bezeichnung für die Anwendung von physikalischen Plasmen für therapeutische Zwecke. Es handelt sich dabei um ein junges und interdisziplinäres Wissenschaftsgebiet an der Schnittstelle zwischen Physik, Medizin und Biologie.

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