INP Greifswald feiert Jubiläum – 25 Jahre exzellente Forschung am INP

In seiner Eröffnungsrede zur Jubiläumfeier des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) warf INP-Direktor Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann einen Blick in die Vergangenheit und reflektierte über die 100-jährige Tradition der Greifswalder Plasmaphysik. „Dank den Bundes- und Landesministerien und der Stadt“ hat sich das INP in den letzten 25 Jahren einen Spitzenplatz in der Niedertemperaturplasmen-Forschung erarbeitet und ist zu einer der international führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet herangewachsen. In seinem Grußwort übermittelte Thomas Rachel, parlamentarischer Staatssekretär der Bundesministerin für Bildung und Forschung die besonderen Glückwünsche der Bundeskanzlerin und merkte an, dass „… hier national und international besonderes geleistet wird“. Frau Birgit Hesse, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern betonte in ihrer Rede, dass sie „… beindruckt ist von dem was am INP geleistet wurde“.
Bevor Prof. Dr. Kurt Becker, Vizedekan für Forschung, Innovation, und Unternehmertum der NYU Tandon School of Engineering in New York, in einem Gastvortrag anschaulich die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft schilderte, blickte Prof. Dr. Weltmann auf wichtige Meilensteine der Unternehmensgeschichte zurück.

In den vergangenen Jahren hat sich das seit 2008 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) plasmatis am INP als Vorreiter zu einem internationalen und beispielgebenden Themenführer auf dem Gebiet der Plasmamedizin mit dem Fokus Wundheilung entwickelt. In Kooperation mit der neoplas tools GmbH wurde der aus dem Campus PlasmaMed hervorgegangene Atmosphärendruck-Plasmastift namens kINPen® MED entwickelt und 2013 als weltweit erster Plasmajet als Medizinprodukt zugelassen. Damit gelang der Plasmamedizin nach jahrelanger Forschung erfolgreich der Schritt in die klinische Praxis. Dieses Plasmagerät wird gegenwärtig vor allem zur Behandlung von chronischen Wunden und infektiösen Hauterkrankungen eingesetzt.
Im Februar 2016 wurde das vom Land Mecklenburg-Vorpommern und der Klinikgruppe Dr. Guth finanzierte, hochmoderne Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg feierlich eröffnet. Das Zentrum integriert klinische Behandlung und anwendungsnahe Forschung auf dem Gebiet der Plasmamedizin unter einem Dach.
Im Juni 2015 fand die feierliche Eröffnung des für 2.45 Mio. Euro errichtete „Lichtbogenlabor“ statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des INP stellen sich damit den aktuellen Anforderungen der Energiewende.

Neben den gemeinsamen Professuren mit den Universitäten Greifswald und Rostock ist das INP durch Gastprofessuren (zwei in den USA, sowie eine in Russland) auch international bestens aufgestellt. Ein besonderer Meilenstein im Bereich der internationalen Zusammenarbeit wurde mit der feierlichen Eröffnungszeremonie am 6. Februar 2017 in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Seoul, Korea gelegt, als das länderübergreifende „Applied Plasma Medicine Center“ (APMC) eröffnet wurde. Im Fokus der Zusammenarbeit zwischen dem INP und dem koreanischen Partner stehen zukünftig die Forschung, Entwicklung und Diagnostik physikalischer Plasmen für die medizinische Anwendung und deren Technologietransfer im asiatischen Raum.

Solche Erfolge trugen dazu bei, dass das INP bei seiner letzten Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft hervorragend abgeschlossen hat. Der externe Evaluierungsausschuss besuchte das Institut im Jahr 2014 und erklärte in seinem finalen Bericht: „Seit der letzten Auswertung ist das INP bemerkenswert erfolgreich bei der Fortsetzung der strategischen Entwicklung. In den kommenden Jahren gibt es ein großes Potenzial für weitere bedeutende Fortschritte.“

Über das Institut:
Plasma, ein (teilweise) ionisiertes Gas, ist ein natürliches Phänomen, welches man beispielsweise in der Sonne, den Sternen oder auch Blitzen findet. Im Zentrum der Forschungsarbeiten des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald), dem europaweit größten außeruniversitären Forschungsinstitut zu Niedertemperaturplasmen, stehen neben der anwendungsorientierten Grundlagenforschung auch die Optimierung und Entwicklung plasmagestützter Verfahren und Produkte. Das Institut betreibt Forschung und Entwicklung von der Idee zum Prototyp. Die Themen orientieren sich dabei an den Erfordernissen des Marktes. Damit bietet das INP neben kundenspezifischen Lösungen auf dem Gebiet der Plasmatechnologie auch Serviceleistungen wie Machbarkeitsstudien oder Beratungen an. Derzeit stehen Plasmen für Materialien und Energie sowie Umwelt und Gesundheit im Mittelpunkt des Interesses. Innovative Produktideen aus der Forschung des INP werden direkt mit der Industrie erforscht oder durch die Ausgründungen des Institutes in marktfähige Produkte und Dienstleistungen transferiert. Das INP fördert zudem aktiv die Aus- und Weiterbildung wissenschaftlicher und technischer Nachwuchskräfte auf dem Gebiet der Niedertemperaturplasmaphysik im Zusammenwirken mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie. Das Institut ist als gemeinnütziger Verein organisiert und gehört seit seiner Gründung der Leibniz-Gemeinschaft (www.leibniz-gemeinschaft.de) an.

Kontakt am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald):
Charlotte Giese
Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Tel.: +49 3834 554 3897
charlotte.giese@inp-greifswald.de
www.leibnz-inp.de

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