Innovative Onkologie unter Kostendruck – ein Leitthema der Jahrestagung 2011

Das lokale Organisationskomitee um den Kongresspräsidenten Prof. Thomas Cerny hat gemeinsam mit den Gremien der Fachgesellschaften ein umfangreiches Programm erstellt. Über 700 eingereichte Abstracts zeigen das hohe Interesse an der Veranstaltung. Neben der Präsentation neuer wissenschaftlicher Daten werden zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen und Expertenseminare angeboten. Insgesamt werden 4.500 Besucher in Basel erwartet.

Im Fokus der Jahrestagung 2011 steht die aktuelle Entwicklung neuer Krebsmedikamente, die aus medizinisch-wissenschaftlicher und ökonomischer Sicht kritisch diskutiert werden. Ein Programmhighlight ist am Samstag, den 1. Oktober von 10:00 bis 11:30 Uhr, der Vortrag von Prof. Radek Skoda. Als einer der Entdecker des JAK-Pathways und Leiter der Abteilung Experimentelle Hämatologie am Universitätsspital Basel wird Skoda zum Thema Myeloproliferative Syndrome (MPS) und Januskinase-2 Mutationen referieren. MPS sind eine sehr heterogene Gruppe von Erkrankungen. Die klinischen Verläufe reichen von indolenten Krankheitsbildern bis zum Übergang in eine akute myeloische Leukämie. Die von Skoda entdeckte Mutation des Enzyms Januskinase-2 wird heutzutage bei Neuerkrankten getestet, um Rückschlüsse auf die Ursache und Prognose der Krankheit zu ziehen. JAK2-Inhibitoren sollen nun gezielt die gesteigerte Bildung der Blutzellen stoppen.

Auch derartige zielgerichtete Therapien haben in den letzten Jahren international zu starken Kostensteigerungen in der Onkologie geführt. Die Fachgesellschaften befassen sich im Rahmen des Kongresses deshalb auch mit der Debatte um die international steigenden Kosten in der Onkologie und die Bewertung des tatsächlichen Nutzens neuer Medikamente. Das hochkarätig besetzte Symposium „Kosten für neue Medikamente“ wird sich am Montag, den 3. Oktober von 15:45 bis 17:15 Uhr, dem Problem des Kostendrucks im Gesundheitswesen widmen.

Bereits vor wenigen Wochen hatte die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. erste Zahlen aus einer Studie des AK DRG und Gesundheitsökonomie präsentiert, die zeigen, dass bereits heute Therapieentscheidungen regelmäßig von Kostenaspekten abhängig sind. Im Rahmen des Symposiums wird Prof. Stefan Krause die vollständig ausgewertete Studie umfänglich präsentieren.

Während in Deutschland die Frage der stillen Rationierung verstärkt diskutiert wird, hat ein Urteil des Schweizer Bundesgerichtes dort heftige Diskussionen um die Finanzierung von teuren Therapien ausgelöst. Das Gericht hatte in seinem Urteil erstmals einen Schwellenwert zur medizinischen Rationierung festgelegt. Arzneimittel, die nicht in der Spezialitätenliste kassenpflichtiger Medikamente aufgeführt sind, werden einer Gesamtbeurteilung nach Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit unterzogen. Das Grundsatzurteil, nach dem jährliche Therapiekosten über 100.000 Franken (ca. 77.000 Euro) nicht mehr Pflichtleistungen darstellen, hat im speziellen Fall gerade dazu geführt, dass das Schweizer Bundesamt für Gesundheit das betroffene Medikament auf die sogenannte Spezialitätenliste nehmen will. Der Schweizer Bundesrichter Ulrich Meyer nimmt auf der Jahrestagung in Basel Stellung zu diesem umstrittenen Urteil.

Weitere Themen des Symposiums „Kosten für neue Medikamente“ sind die klinische Relevanz von Studienergebnissen (Prof. Ian Tannock, Toronto) sowie die Frage, was Innovationen Kosten dürfen (Beat Kipfer, Bern).

Im Rahmen der Jahrestagung 2011 in Basel findet am Samstag, den 1.10. und Sonntag, den 2.10. im Hotel Ramada Plaza, Basel, speziell für die Onkologie auch die Pflegetagung statt. Diese wurde in diesem Jahr erstmals in einer Kooperation der Onkologiepflege Schweiz mit dem neu gegründeten AK Pflege der DGHO konzipiert.

Für Patientinnen und Patienten wird am Samstag, den 1. Oktober von 10:00 bis 17:00 Uhr, ein Informationstag veranstaltet, zu dem verschiedene Selbsthilfegruppen ein informatives und umfangreiches Programm zusammengestellt haben.

Anmeldung und Programmdetails zur Jahrestagung 2011 sowie zum Patiententag und zur Pflegetagung finden Sie unter .

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Die Pressemitteilung sowie weitere Informationen zur Jahrestagung 2011 können Sie unter oder auf der Internetseite der Fachgesellschaft abrufen. Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V.
DGHO Hauptstadtbüro
V.i.S.d.P. Mirjam Renz
Fon: 030 / 27 87 60 89 – 0
Fax: 030 / 27 87 60 89 – 18
E-Mail: renz@dgho.de
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