In Greifswald entscheidet nicht nur die Abiturnote über die Zulassung zum Medizin- und Zahnmedizinstudium

Medizinstudienplätze in Greifswald sind begehrt. Circa 3.000 Studieninteressierte haben sich in diesem Jahr im Erstwunsch für den Studienort Greifswald beworben. Die Fakultät kann über 116 Medizin- und 29 Zahnmedizinstudienplätze im Hochschulauswahlverfahren selbst entscheiden. In den vergangenen Wochen wurde anhand der Bewerbungsunterlagen entschieden, wer zu einem Auswahlgespräch eingeladen wird und wer nicht. Dafür gibt es ein objektives Bewertungssystem, in dem Punkte für die Abiturdurchschnittsnote, die Teilnahme an Leistungskursen in naturwissenschaftlichen Fächern und berufspraktische Erfahrungen vergeben werden. Zwanzig Prozent der zur Vergabe stehenden Studienplätze werden über das universitäre Auswahlverfahren an die Bewerber mit der höchsten Punktzahl vergeben. Über die verbleibenden Plätze wird nach den Auswahlgesprächen entschieden.

Die jungen Frauen und Männer, die Medizin oder Zahnmedizin studieren wollen, stellen sich in einem Einzelgespräch den Fragen einer Kommission von zwei Medizinprofessoren. Unter anderem müssen die Bewerber darüber Auskunft geben, wie sie sich auf ein Medizinstudium vorbereitet und warum sie sich um einen der begehrten Studienplätze in Greifswald beworben haben. Im Gespräch kommen auch aktuelle Probleme des Gesundheitswesens zur Sprache. Es werden Fragen nach dem Forschungsstandort Greifswald gestellt.
Die Kommission interessiert sich insbesondere für das soziale und gesellschaftliche Engagement, die Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit und die Originalität des Bewerbers.

„Die Auswahl der Studierenden mit dem Ziel hoher Übereinstimmung von Interessen, studienfachspezifischer Studierfähigkeit und Berufseignung durch die Hochschule selbst, bildet die beste Voraussetzung für optimale Leistungen und eine erfolgreiche Profilbildung der Hochschule. Diesem Credo folgend hat die Medizinische Fakultät Greifswald jede gesetzliche Möglichkeit von anfangs 24, danach 40 und seit 2005 60 Prozent Eigenauswahl ihrer Studierenden genutzt.
Ein im Detail ausgefeiltes und zu jedem Zeitpunkt transparentes Verfahren ermöglicht seither eine sehr gute Auswahl unserer Studierenden.

Dieses Auswahlverfahren, ein neigungsbezogenes Lehrangebot und die damit einhergehenden Lernergebnisse bilden die Trias, die Greifswald nach der Charité Berlin zum attraktivsten Ort für ein Medizinstudium in Deutschland hat werden lassen.
Die große Mühe der exakten Auswahl lohnt sich für die zukünftigen Patienten und die Entwicklung der Hochschule, im Speziellen der Medizinischen Fakultät. Folglich sollte der Gesetzgeber die Hochschulautonomie verwirklichend, zukünftig alle Studienplätze durch die Hochschule selbst vergeben lassen.
Greifswald wäre wieder als erste Medizinische Fakultät dabei!“ Das erklärt der Vorsitzende der Auswahlkommission, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Klebingat.

Die Medizinische Fakultät verzeichnet seit Jahren eine deutlich steigende Nachfrage nach ihren Medizinstudienplätzen in der Ortspräferenz 1. So gibt es im Auswahlverfahren 2010/2011 22 Bewerber auf einen Studienplatz in der Humanmedizin und zwölf Bewerber in der Zahnmedizin.
Seit 2007 liegt nur die Charité Berlin in der Beliebtheit bei Studieninteressierten für Medizin und Zahnmedizin vor Greifwald.

Weitere Informationen
Die Medizinische Fakultät verfügt insgesamt über 185 Studienplätze in der Medizin und 45 in der Zahnmedizin. Davon dürfen 116 Plätze in der Medizin und 29 in der Zahnmedizin über das Hochschulauswahlverfahren vergeben werden. Alle anderen Plätze werden durch die Stiftung für Hochschulzulassung (Hochschulstart) vergeben.
In der Medizin wurden bereits 26 und in der Zahnmedizin sechs Plätze ohne Auswahlgespräch vergeben.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke
Studiendekan
Klinik und Poliklinik für Chirurgie
Friedrich-Loeffler-Straße 23b, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-6001
heidecke@uni-greifswald.de
www.uni-greifswald.de
(idw, 09/2010)

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