In der Neurochirurgie ist noch viel zu tun

Auch wenn oftmals der Eindruck entsteht, dass in der Krebsforschung viel passiert, gibt es immer noch Tumorerkrankungen, über die wenig bekannt ist und deren Theapie eine große Herausforderung darstellt. Dazu zählen Schädelbasismeningeome, also Schädelbasistumore, die Prof. Dr. med. Makoto Nakamura, neuer Lehrstuhlinhaber für Neurochirurgie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H), erforscht. „Ich möchte die klinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Schädelbasistumoren verbessern“, so Prof. Nakamura. „Die erfolgreiche Behandlung dieser Tumore ist auch heute noch sehr schwierig und die Tumortypen an sich unzureichend charakterisiert. Wir benötigen hier neue Behandlungsansätze, insbesondere neue medikamentöse Therapien.“ Deswegen betreibt der Kölner Chefarzt mit japanischen Wurzeln molekularbiologische und –genetische Untersuchungen, um das Wachstum dieser Tumorerkrankung besser zu verstehen.

Darüber hinaus möchte Nakamura dazu beitragen, die operativen Verfahren in der Neurochirurgie zu verbessern: „Viele Operationen sind heute minimalinvasiv, also mit geringstem operativen Trauma, möglich. In der Neurochirurgie können wir diese Methoden noch weiter verfeinern und die Geräte optimieren, sodass sich Patienten schneller erholen.“ Dazu zählen unter anderem endoskopische Verfahren, die den Chirurgen erlauben, mittels einer hochauflösenden Kamera zur betroffenen Stelle zu gelangen. Sowohl die Größe der Endoskope als auch die erzeugten Bilder haben laut Prof. Nakamura Verbesserungsbedarf. „Wir nutzen aber auch Navigationstechnik, wie man sie von der Auto- oder Flugnavigation kennt. Diese auch dreidimensional eingesetzte Technik erlaubt es, Operationswunden zu verkleinern und das funktionelle Operationsergebnis zu verbessern.“ Natürlich kommen diese Verfahren nicht nur bei Tumoren der Schädelbasis oder des Gehirns zum Einsatz. Auch Gefäßerkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen können durch die navigierte Chirurgie exakter und minimalinvasiver behandelt werden.

Lehre an der UW/H

Makoto Nakamura kannte die UW/H bereits vor seiner Berufung. Insbesondere der Modellstudiengang Medizin mit seinem Vorbildcharakter hat ihn beeindruckt, und er möchte nun mit seiner Lehrtätigkeit die Humanmedizinausbildung in Witten bereichern. Auch die vielen Kooperationsmöglichkeiten und Forschungsfelder machten für ihn den Ruf attraktiv. Um die Ausbildung zum Arzt bzw. zur Ärztin weiter zu verbessern, setzt sich Nakamura dafür ein, dass die Neurochirurgie in die ärztliche Ausbildung, etwa als Wahlpflichtfach, aufgenommen wird.

Zur Person:

Prof. Dr. med. Makoto Nakamura (Jahrgang 1972) ist in Tokio geboren und in Frankfurt a.M. aufgewachsen. Dort hat er auch sein Humanmedizinstudium 1998 an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität abgeschlossen. Von 1993 bis 1998 war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Seine experimentelle Promotionsarbeit im Bereich der Neurobiologie wurde 1999 mit „Summa cum laude“ ausgezeichnet. Im Jahre 2000 erhielt er den Promotionspreis der Medizinischen Fakultät, Fachbereich Humanmedizin. Schwerpunkte in der Neurologie und Neurochirurgie setzte er mit Famulaturen und Studienaufenthalten am Albert Einstein College in New York, Universitätsspital Zürich, National Hospital for Neurology and Neurosurgery an der University College London und an der Harvard University, Boston. Seit 2004 ist er Facharzt für Neurochirurgie und habilitierte zur chirurgischen Behandlung von Schädelbasismeningeomen (Tumorerkrankungen an der Schädelbasis). Der Familienvater war unter anderem Stellvertretender Direktor und Leitender Oberarzt in der Neurochirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover sowie Sprecher des interdisziplinären Tumorboards ZNS dieser Hochschule. Im Juli 2016 ist Prof. Nakamura Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie im Krankenhaus Köln-Merheim geworden.

Weitere Informationen unter 0221-8907 3780, Fax: 0221-8907 3997, Makoto.Nakamura@uni-wh.de

Über uns:

Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.300 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

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