Impulsgeber für die Herzforschung

(Frankfurt am Main, 16. September 2010) Wissenschaftliche Forschung ist wichtig für den Fortschritt. Auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen führte die Forschung der vergangenen Jahre zu einer besseren Vorsorge und Diagnose und vor allem zu einer wesentlich verbesserten Behandlung von herzkranken Menschen. Ihre Lebensqualität konnte gesteigert und eine deutliche Lebensverlängerung erreicht werden.

Die 1979 gegründete Deutsche Herzstiftung e. V. (DHS) und ihre Schwesterorganisation, die Deutsche Stiftung für Herzforschung (DSHF, Gründung 1988), engagieren sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für eine patientenorientierte Herz-Kreislauf-Forschung. In der jetzt vorgelegten Forschungsdokumentation „15 Jahre Forschungsförderung für die Kardiologie“ zeigen die beiden Organisationen ihre vielfältigen und überwiegend sehr erfolgreichen Förderaktivitäten. Von 1994 bis 2008 konnten 140 Forschungsprojekte und 57 Forschungsstipendien mit einem Gesamtvolumen von 7,3 Millionen Euro finanziert werden. Darüber hinaus haben die DHS und die DSHF 50 Wissenschaftspreise im Wert von 360 000 Euro verliehen.

„Die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Stiftung für Herzforschung unterstützen die international hoch anerkannte Herzforschung in Deutschland in großem Umfang und geben ihr wichtige neue Impulse“, betont Prof. Dr. Hans Carlo Kallfelz, ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der DSHF und Herausgeber der Forschungsdokumentation. „Beide Institutionen sollten ihre Aufgaben als finanzieller Motor und Wissenschaftsmotivator für junge Forscher weiterhin intensivieren und dazu beitragen, neue Ideen zu realisieren und innovative Ansätze zur Diagnostik und Therapie für Herzkranke zu fördern“, bekräftigt Prof. Kallfelz. Denn nach wie vor bedeuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Millionen Menschen eine eingeschränkte Lebensqualität oder bedrohen gar ihr Leben. Um diesen Patienten zu helfen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter zurückzudrängen, ist Forschung weiterhin unverzichtbar.

Das Spektrum der geförderten Herzforschung ist breit und umfasst die Kardiologie, die Herzchirurgie, die Kinderkardiologie, die Physiologie und Pharmakologie. Hierzu zählen gezielte Bemühungen zur Verbesserung der Patientenversorgung in der primären und sekundären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Grundlagenforschung zur Entstehung von Herzerkrankungen und Arbeiten zur Stammzelltherapie wie zur Herstellung von Gewebe aus körpereigenen Zellen, z. B. Herzklappen und Blutgefäße. Dabei steht immer die Patientennähe der Forschungsprojekte im Mittelpunkt. Beispielsweise untersuchte Dr. Dierk Thomas aus Heidelberg die molekularen Mechanismen bei Herzrhythmusstörungen, die durch Stress ausgelöst werden (2003). Mit dem Problem der hohen Herzinfarktsterblichkeit in den neuen Bundesländern beschäftigte sich Prof. Dr. Michael Oeff. Für Brandenburg untersuchte er die Ursachen und konnte durch die Organisation einer schnellen Diagnostik und Intervention eine wesentliche Senkung der Sterblichkeit erreichen (2003). Die Ergebnisse der Leipziger Herzschwäche-Studie von Dr. Sandra Erbs und Prof. Dr. Rainer Hambrecht (2002) waren für schwerkranke Patienten mit Herzschwäche wichtig. Sie konnten in dieser Studie durch regelmäßiges körperliches Training eine deutliche Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit erreichen.

Dass eine so intensive und weiter wachsende unabhängige Forschungsförderung realisiert werden kann, ist zum einen den bereits über 65 000 Mitgliedern und rund 30 000 Spendern der DHS, den privaten und institutionellen Stiftern der DSHF sowie den zahlreichen Spendern und Förderern zu verdanken.

Die Dokumentation (Umfang: 160 Seiten) kann kostenlos bei der Deutschen Herzstiftung über die Telefonnummer 069 955128-0 bzw. mit einer E-Mail an info@herzstiftung.de angefordert werden.

27/2010

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert/Pierre König
Tel. 069 955128-114/-140
Fax: 069 955128-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de / koenig@herzstiftung.de
(idw, 09/2010)

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