Schon 100.000 Impfungen gegen B-Meningokokken

Erst seit einem Jahr ist der Impfstoff Bexsero gegen gefährliche Meningokokken der Serogruppe B in Deutschland auf dem Markt. Innerhalb elf Monaten haben sich bereits 100.000 Menschen impfen lassen. Und das, obwohl diese neue Impfung noch nicht zu den Standardimpfungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) gehört und daher auch nicht von allen Krankenkassen in Deutschland erstattet wird. Trotz der noch fehlenden STIKO-Impfempfehlung haben aber bereits 69 gesetzliche Krankenkassen bestätigt, die Kosten für Bexsero freiwillig – ganz oder anteilig – zu übernehmen.

Gegen die Erreger der Serogruppe C wird schon jahrelang geimpft

Die STIKO empfiehlt bereits seit 2006 die Meningokokken-C-Impfung für Kinder im zweiten Lebensjahr. Diese Serogruppe löst etwa 20 bis 25 Prozent der Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland aus. Die B-Bakterien sind jedoch Hauptursache von Meningokokken-Infektionen bei Säuglingen (85 Prozent) und bei  fast 70 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Die Infektionen sind gefährlich und können innerhalb von 24 Stunden zum Tode führen. In einem Zeitraum von zehn Jahren erkrankten in Deutschland durchschnittlich 506 Menschen jährlich, zehn Prozent von ihnen starben.

Kleine Kinder und Jugendliche sind stark gefährdet

Am häufigsten erkranken Kinder unter fünf Jahren, wobei die höchste Rate in den ersten beiden Lebensjahren liegt. Auch Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren sind besonders gefährdet. Die Erreger werden über Tröpfcheninfektion übertragen. Eine Ansteckung kann zu einer Entzündung der Hirnhäute (der Meningokokken-Meningitis) oder zu einer bakteriellen Blutvergiftung (sogenannte Meningokokken-Sepsis) führen. In manchen Fällen tritt beides gleichzeitig auf. Eine Komplikation der Blutvergiftung durch Meningokokken ist der septische Schock, das sogenannten Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom, an dem ein Drittel der Betroffenen verstirbt.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Erkrankung dauert es drei bis vier Tage. Zunächst treten kurz grippeähnlichen Symptome auf. Dazu setzen in der Folge plötzlich starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit ein. Bei einem großen Teil der Patienten treten zusätzlich kleine, punktförmige Hautblutungen auf.

Influenza-Virus kann Risiko erhöhen

Eine Influenza erhöht laut einer aktuellen amerikanischen Untersuchung möglicherweise das Risiko, in der Folgezeit eine invasive Meningokokken-Erkrankung zu erleiden. Die amerikanischen Wissenschaftler haben bei der Auswertung von Daten der Jahre 1989 bis 2009 einen Zusammenhang zwischen Grippe- und Meningokokken-Erkrankungen festgestellt. Demnach folgt zwei Wochen auf den Gipfel einer Grippewelle meist ein Ansteigen der invasiven Meningokokken-Erkrankungen – gemessen an den Krankenhauseinweisungen. Bisher war bekannt, dass Grippeviren zusätzliche Bakterieninfektionen begünstigen können – sogenannte Superinfektionen.

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