Immunglobulin E als vielversprechende neue Form der Immuntherapie gegen Krebs-Tumoren

Bei der Entwicklung von Allergien ist die Reaktion des körpereigenen Immunglobulin E „sinnlos“, es richtet sich in Wechselwirkung mit Entzündungszellen gegen harmlose Antigene und verursacht folgenschwere Allergien. „In der aktuellen Studie ist unser Motto dagegen: Gib dem IgE einen Sinn“, sagt Studienleiterin Erika Jensen-Jarolim, doppelt affiliiert am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien und am interuniversitären Messerli-Forschungsinstitut von Veterinärmedizinischer Universität Wien, Medizinischer Universität Wien und Universität Wien.

„Wir konnten in einem Hund als ‚Modellpatienten‘ zeigen, dass Tumoren, die den EGFR-Wachstumsfaktor besitzen, von Immunglobulin E gekillt werden können, und das unabhängig von der Hunderasse“, erklärt Jensen-Jarolim. Am 3. Juni war übrigens „Tag des Hundes“.

Die Ergebnisse der Studie, die jetzt im Top-Magazin „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ (JACI) veröffentlicht wurden, sind auch deshalb so vielversprechend, weil das EGFR beim Hund zu 92 Prozent mit jenem beim Menschen übereinstimmt. Die IgE-Antikörper bilden sozusagen eine „Brücke“ zwischen dem EGFR auf Tumorzellen und den Entzündungszellen und und setzen so Tumornekrosefaktoren frei – die das Töten der Tumoren umgehend einleiten.

Jensen-Jarolim: „Das lässt uns darauf hoffen, dass wir hier einen wichtigen Beitrag zu einer neuen Form der Immuntherapie gegen Krebs-Tumoren leisten. In einer anschließenden klinischen Studie in Hundepatienten sollen die Resultate in einer internationalen Kooperation bestätigt werden, ehe es in den Menschen geht. „Die vorliegende Arbeit ist ein perfektes Beispiel dafür, worum es uns am Messerli-Forschungsinstitut geht: Medizin verbessern für den Menschen, aber auch für das Tier.“

Service:
„AllergoOncology: Generating a canine anti-cancer IGE against the epidermal growth factor receptor (EGFR)“. J. Fazakas-Singer, J. Singer, K. Ilieva, M. Matz, I. Herrmann, E. Spillner, S. Karagiannis, E. Jensen-Jarolim. Journal of Allergy and Clinical Immunology, June 2018. doi: 10.1016/j.jaci.2018.04.021. Link: .

Über die Veterinärmedizinische Universität Wien
Die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna) ist eine der führenden veterinärmedizinischen, akademischen Bildungs- und Forschungsstätten Europas. Ihr Hauptaugenmerk gilt den Forschungsbereichen Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Tierhaltung und Tierschutz sowie den biomedizinischen Grundlagen. Die Vetmeduni Vienna beschäftigt 1.300 MitarbeiterInnen und bildet zurzeit 2.300 Studierende aus. Der Campus in Wien Floridsdorf verfügt über fünf Universitätskliniken und zahlreiche Forschungseinrichtungen. Zwei Forschungsinstitute am Wiener Wilhelminenberg sowie ein Lehr- und Forschungsgut in Niederösterreich gehören ebenfalls zur Vetmeduni Vienna. Die Vetmeduni Vienna spielt in der globalen Top-Liga mit: 2017 belegt sie den exzellenten Platz 8 im weltweiten Shanghai-Hochschulranking im Fach „Veterinary Science“.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Univ.-Prof., Dr. Erika Jensen-Jarolim
Abteilung für Komparative Medizin, Messerli Forschungsinstitut
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)
T +43 1 25077-2660

Aussender:
Mag.rer.nat. Georg Mair
Wissenschaftskommunikation / Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna)
T +43 1 25077-1165

Medizinische Universität Wien – Kurzprofil
Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten Europas. Mit rund 8.000 Studierenden ist sie heute die größte medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit 5.500 MitarbeiterInnen,
26 Universitätskliniken und drei klinischen Instituten, 12 medizintheoretischen Zentren und zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im biomedizinischen Bereich.

Über das Messerli Forschungsinstitut
Das Messerli Forschungsinstitut wurde 2010 mit der Unterstützung der Messerli-Stiftung (Schweiz) unter Federführung der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien gegründet. Es widmet sich der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung und ihrer Grundlagen in den Bereichen Ethik, vergleichende Medizin sowie Kognition und Verhalten von Tieren. Dabei zeichnet es sich durch einen breiten interdisziplinären Zugang (Biologie, Humanmedizin, Veterinärmedizin, Philosophie, Psychologie, Rechtswissenschaft) und eine starke internationale Ausrichtung aus.

Scroll to Top