Immer mehr Tee in deutschen Tassen

Tee – nach Wasser handelt es sich dabei um das weltweit beliebteste Getränk. Und auch in Deutschland ist der belebende Aufguss seit Mitte des 17. Jahrhunderts ein fest etabliertes Genussmittel. Rund 18.960 Tonnen Tee konsumierten die Deutschen allein im Jahr 2012. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag damit bei etwa 27 Litern. Großer Beliebtheit erfreut sich mit 76,5 Prozent des Gesamtverbrauchs vor allem Schwarzer Tee. Zu Grünem Tee hingegen griff mit 23,5 Prozent nicht einmal ein Drittel der deutschen Tee-Trinker. Laut Deutschem Teeverband e.V. befindet sich der Tee-Konsum in Deutschland seit 2006 auf dem aufsteigenden Ast. Ein Grund für diese Entwicklung könnte die seit langem vermutete gesundheitsfördernde Wirkung des Tees sein.

Forscher bestätigen: Tee hat seinen guten Ruf zurecht

Aufgrund seiner belebenden Wirkung hat Tee seit Langem seine Berechtigung auf deutschen Frühstückstischen. Bis zu 4,5 Prozent Koffein enthält Tee je Pflanzenteil. Größeres Aufsehen erregten in letzter Zeit jedoch andere Inhaltsstoffe. Eine große gesundheitsfördernde Wirkung sehen Forscher vor allem in den vorrangig im Grünen Tee enthaltenen Polyphenolen (veraltet auch Gerbstoffe oder Tannine). Bei diesen aromatischen Verbindungen handelt es sich um natürliche Farb- und Geschmacksstoffe, die aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung im Verdacht stehen, eine entzündungshemmende und krebsvorbeugende Wirkung zu haben.

Die vor allem im Grünen Tee enthaltenen Antioxidantien fangen freie Radikale ab und binden schädliche Abbauprodukte. Zudem weisen Langzeitstudien aus dem asiatischen Raum auf eine lebensverlängernde Wirkung des Tees hin. Neben einer positiven Wirkung bei Herz-Kreislauferkrankungen konnte die Forschung bei Tee-Trinkern zudem eine geringere Herzinfakt- und Schlaganfallquote feststellen. Und auch auf das Gehirn soll der Tee-Genuss positive Auswirkungen haben. So sollen im Grün- und Schwarztee enthaltene Stoffe in der Lage sein, ein an der Entstehung von Alzheimer beteiligtes Enzym im Gehirn zu blockieren. Eine Sammlung wissenschaftlicher Studien zum Themenspektrum „Tee und Gesundheit“ hat der Deutsche Teeverband e.V. auf seiner Internetseite zusammengetragen.

Aber auch negative Aspekte eines übermäßigen Teegenusses konnten festgestellt werden. Der hohe Polyphenolanteil im Tee steht neben seinen zahlreichen positiven Eigenschaften im Verdacht, die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln zu behindern, sodass zu viel Tee unter Umständen zu Eisenmangel führen kann. Zudem konnten Forscher feststellen, dass der Genuss von Tee die Wirkung bestimmter Medikamenten beeinflusst.

Glas, Metall oder Terrakotta – Die richtige Kanne für einen vollen Tee-Geschmack

Ausschlaggebend für den Geschmack und die Wirkung des Tees ist vor allem die richtige Zubereitung. Hier spielt zum einen die Temperatur des Wassers eine entscheidende Rolle, ebenso wichtig ist jedoch auch die Wahl der richtigen Kanne. Neben dem an das Eiweiß Theanin gebundene Koffein bzw. Thein enthält Tee das beruhigende Theophyllin sowie die oben erwähnten Gerbstoffe und pflanzlichen Farbstoffe. Während das Thein eine anregende Wirkung hat, wirkt sein Gegenspieler Theophyllin beruhigend auf den menschlichen Körper. Beiden Stoffen ist eigen, dass sie sich erst bei einer Temperatur oberhalb von 85° C aus den Teeblättern lösen. Zum Aufbrühen eines Tees eigenen sich daher vorgewärmte dickwandige Teekannen aus Terrakotta aufgrund ihrer wärmespeichernden Eigenschaften besonders gut. Gießt man das Wasser hingegen in eine kalte Kanne, kühlt der Tee zu schnell aus, was einen faden Tee mit nur mäßig anregender Wirkung zur Folge hat. Nutzt man hingegen eine dünnwandige Glaskanne, entfällt das Vorwärmen. Hier empfiehlt es sich jedoch dem Auskühlen des Tees mit einem Stövchen entgegenzuwirken. Glaskannen sind daher in der Regel wie hier im WMF-Shop als Tee-Set inklusive Stövchen erhältlich. Abzuraten ist hingegen von Metall- und Thermoskannen mit Silberbeschichtung, da sich das Silber mit den im Tee enthaltenen Eiweißen verbindet, und der Tee schnell einen unangenehm metallischen Geschmack annimmt.

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