Immer mehr Katastrophen: Bremer Gesundheits- und Pflegewissenschaftler stärken Helfer bei Einsätzen

Flutkatastrophe in Russland, Unwetter in Deutschland, Erdbeben in Italien, Großbrände in Australien: Weltweit nimmt die Zahl an verheerenden Katastrophen zu. Damit steigt auch der Bedarf an gut ausgebildeten Helferinnen und Helfern für die vielen Krisengebiete. Neben Ärzten, Technikern und Logistikern entsenden viele Hilfsorganisationen immer mehr Pflegefachkräfte in internationale Katastropheneinsätze. Doch eine aktuelle Studie des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen zeigt: um die Hilfe vor Ort möglichst effektiv zu gestalten, die Sicherheit der internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken und deren Motivation aufrecht zu erhalten, ist es enorm wichtig, in die gezielte Weiterbildung der humanitären Helferinnen und Helfern stärker zu investieren. Deshalb hat das Bremer IPP jetzt die erste „Bremer Summer School Global Disaster Management“ konzipiert und erfolgreich gestartet.

Die englischsprachige Fortbildungsveranstaltung richtete sich an Mediziner, Pflegefachkräfte und andere Gesundheitsberufe, die in Katastrophengebieten gebraucht werden und schon über erste Erfahrungen verfügen. „Unser Ziel ist es, ein organisationsübergreifendes Weiterbildungsangebot für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der humanitären Hilfe anzubieten“, sagt der Geschäftsführer des Bremer IPP, Professor Stefan Görres. Die Weiterbildung basiert dabei auf vier Säulen: Professionalität, Netzwerkbildung, Interaktion und Nachhaltigkeit. Insgesamt nahmen 18 Personen aus fünf internationalen Hilfsorganisationen mit Erfahrungen in der humanitären Hilfe an der Fortbildungsveranstaltung teil. In vier Tagen ermöglichten die Dozentinnen und Dozenten einen intensiver Einblick in die Bereiche Public Health, Epidemiologie, Projektmanagement und Qualität mit Fokus auf die Besonderheiten und Bedürfnisse in der humanitären Hilfe. Vermittelt wurden unter anderem Lösungsstrategien im Umgang mit interkulturellen Spannungen in Krisengebieten, die Art der Datenerhebung etwa bei Cholera-Epidemien sowie Maßnahmen der Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle von humanitären Interventionen in äußerst schwierigen und diffusen Situationen.

Da die Summer School auf viel positive Resonanz stieß, will das IPP sie im kommenden Jahr erneut anbieten – dann möglicherweise über einen längeren Zeitraum von sechs Tagen, um Bereiche wie Projektmanagement und Qualität mehr zu vertiefen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich 11 – Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health (IPP)
Prof. Dr. Stefan Görres (Geschäftsführer IPP)
Telefon: 0421 218-68900
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Theresia Krieger (Kurs-Koordinatorin)
Telefon: 0421 218-68901
E-Mail: theresia.krieger@uni-bremen.de

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