Im Reich der Heidekönigin

(djd). Wenn Anfang August in der Lüneburger Heide die Heideblüte beginnt, öffnen sich Millionen kleiner Knospen und verwandeln die wellige Landschaft mit den weißen Sandwegen, den duftenden Wacholdersträuchern und den weidenden Schnuckenherden in ein violett schimmerndes Blütenmeer. Jahr für Jahr zieht es zahlreiche Urlauber in die Region, um das wohl schönste Naturereignis Norddeutschlands mitzuerleben.

Krönung der Heidekönigin

Am letzten Wochenende im August – wenn die Heide in voller Blütenpracht steht – wird in der Heideblütenstadt Schneverdingen ausgelassen gefeiert. Bei Live-Musik auf den Bühnen in der Innenstadt, dem deutschlandweit bekannten „Heidelauf“, einem großen Festumzug mit über 1.000 Beteiligten, einem fantasievollen Festspiel auf der Freilichtbühne im Höpental und dem großen Feuerwerk mischen sich Gäste aus der ganzen Bundesrepublik unter die „Heidjer“. Höhepunkt des Heideblütenfestes ist die feierliche Krönung der neuen Heidekönigin, die am Sonntagnachmittag die Regentschaft von ihrer Vorgängerin übernimmt. Den genauen Programmablauf findet man unter http://www.heidebluetenfest.de.

Typisch Lüneburger Heide

Aber auch zu anderen Zeiten im Jahr gibt es rund um den staatlich anerkannten Luftkurort Schneverdingen alles, was für die Lüneburger Heide typisch ist: Birken, Wacholder, Bienenkörbe und den Schäfer, der mit seiner Heidschnuckenherde durch die Landschaft streift. Kutscher lenken ihre Wagen sicher über sandige Wege, während Wanderer und Radfahrer, Nordic Walker, Jogger und Reiter den ausgeschilderten Routen zwischen dem Pietzmoor, dem Naturschutzgebiet Osterheide und dem Landschaftsschutzgebiet Höpen zu den schönsten Heideflächen der Region folgen. Weitere Informationen gibt es unter http://www.schneverdingen-touristik.de oder telefonisch bei der Tourist-Information: 05193-93810.

„Weiße Wollschöpfe“ im Pietzmoor

Das geheimnisvolle Pietzmoor am südöstlichen Rand von Schneverdingen verspricht bereits im Mai ein ganz besonderes Naturschauspiel: Auf den alten, renaturierten Torfstichen hat sich das Wollgras wieder angesiedelt. Wenn sich die weißen Fruchtstände im Frühlingswind wiegen, scheint es, als laufe man durch blühende Baumwollfelder. Ein Rundwanderweg, der auf befestigten Stegen und Bohlen durch die faszinierende Hochmoorlandschaft führt, und der kilometerlange Moor-Erlebnispfad erlauben ganzjährig Einblicke in die Wunderwelt des Torfmoores mit seiner einzigartigen Vegetation, Libellen und Schmetterlingen, Moor- und Grasfröschen sowie unterschiedlichen Eidechsenarten, die auf den warmen Bohlenstegen in der Sonne dösen.

Wo die Heide das ganze Jahr blüht

Und selbst wenn in der freien Natur keine blühende Heide zu bewundern ist, im Schneverdinger Heidegarten am südöstlichen Rand des Höpens zeigt sich die gesamte Bandbreite der Lüneburger Heide zu jeder Jahreszeit von einer anderen, interessanten Seite. Hier wurden mehr als 150.000 Pflanzen verschiedener Heidesorten in einem mit einem Bachlauf angelegten Rondell angepflanzt, so dass sich Besucher dort das ganze Jahr an blühender Heide erfreuen können.

Heidschnucken – das beliebteste Fotomotiv

Etwas tiefer im Gelände des Höpen befindet sich auch der Schafstall von Heideschäfer Günther Beuße. Seine Heidschnucken sind ein beliebtes Fotomotiv und die Herde zieht täglich zwischen Mai und Oktober durch das Landschaftsschutzgebiet. Wer den Tieren unterwegs nicht begegnen sollte, trifft sie garantiert am Stall, wenn vormittags gegen 10.30 Uhr der Austrieb beginnt oder am Nachmittag, wenn die Schnucken gegen 17.30 Uhr wieder in ihren Schlag zurückkehren.

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