Im Kern des Heranreifens steckt große Unsicherheit

(djd). Ihre Jugend sollte unbeschwert sein, doch tatsächlich leiden zahlreiche Kinder und junge Erwachsene an psychischen Erkrankungen. Dies kann nach Einschätzung von Professor Dr. med. Claudia Mehler-Wex an wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen liegen. „Während der Einfluss der Medien zugenommen hat, sind die familiären Strukturen labiler geworden. Die jungen Menschen müssen ihre Identität finden und sich abgrenzen. Gleichzeitig sollen sie eigenverantwortlich und erfolgreich sein und den Idealen der Gesellschaft genügen“, erläutert die Chefärztin der Hemera Klinik – Privatklinik für Seelische Gesundheit in Bad Kissingen. Sensiblere Personen seien damit auf vielen Ebenen überfordert. Nähere Informationen zu stationären Behandlungsmöglichkeiten gibt es unter http://www.hemera.de.

Ganzheitlich behandeln

Nach den Erfahrungen der Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie steckt im Kern des Heranreifens eine große Unsicherheit, auf die unterschiedlich reagiert wird. Entweder werden Betroffene provokant und unzugänglich, sie überschreiten Grenzen und zeigen Verhaltensstörungen. Oder sie passen sich an und verleugnen sich selbst. „Das kann zu Depressionen oder Angststörungen führen“, weiß Professor Mehler-Wex. Manche versuchten über Gewichtskontrolle (wie Magersucht) Unsicherheiten auszugleichen. Zudem könnten Alkohol- oder Drogenkonsum und Selbstverletzung auftreten. „All diese Störungen, die auf dem Boden einer Reifungskrise entstanden sind, muss man ganzheitlich behandeln“, so die Expertin. Das wichtigste Element sei dabei die Psychotherapie, Medikamente kämen nur flankierend hinzu.

Distanz schaffen

Für Eltern ist oft schwer zu unterscheiden, welches Verhalten noch „normal“ und welches bereits krankhaft ist. „Behandlungsbedarf besteht, wenn ein junger Mensch seinen normalen Alltag nicht vollziehen kann, keine altersgemäßen Kontakte aufbaut und keine Begeisterungsfähigkeit entwickelt“, erläutert Professor Mehler-Wex. Wenn der Alltag durch Krisen geprägt sei, könne ein stationärer Aufenthalt die nötige Distanz schaffen. „Spezialkliniken, wie die Hemera Klinik, die auf junge Menschen bis etwa zum 27. Lebensjahr zugeschnitten ist, haben dabei den Vorteil, dass auf allen Ebenen gearbeitet werden kann“, so die Expertin. Die psychiatrische Grunderkrankung werde dabei ebenso behandelt wie Familienthemen.

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