Im Januar startet in Neubrandenburg die zweite Untersuchungswelle in der Gesundheitsstudie NAKO

„Anfang des Jahres erhalten die ersten der über 11.000 Teilnehmer der Erstuntersuchung in der Gesundheitsstudie NAKO aus Neubrandenburg und Umgebung einen grünen Brief für die zweite Untersuchung“, kündigte Studienleiter Professor Dr. Henry Völzke von der Universitätsmedizin Greifswald an. „Nur die eingeladenen Bürger, die nach dem Zufallsprinzip für die Erstuntersuchung ausgewählt wurden und diese auch absolviert haben, können an dem nun startenden Folgeprogramm teilnehmen. Wir hoffen erneut auf eine hohe Bereitschaft der Neubrandenburger, die bedeutende Gesundheitsstudie zu unterstützen.“ Der grüne Brief beinhaltet die Einladung zur Folgeuntersuchung sowie unterstützende Begleitschreiben von Ministerin Birgit Hesse und Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt.

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft“ ist das Motto der NAKO, der bislang größten Gesundheitsstudie Deutschlands. In Neubrandenburg befindet sich eines der 18 Studienzentren in Deutschland. Im Neustrelitzer NAKO-Zentrum läuft die zweite Untersuchungswelle bereits seit Oktober 2018. In der Mecklenburgischen Seenplatte haben die NAKO-Untersuchungsteams neben dem Hauptzentrum in Neubrandenburg zeitweise nacheinander Standorte in Neustrelitz, Waren (Müritz) und Demmin, um die Anfahrtswege zur Untersuchung für die Teilnehmer zu verkürzen.

Insgesamt haben in den vergangenen vier Jahren rund 22.000 Menschen in der Region Neubrandenburg und Mecklenburgische Seenplatte an der Studie teilgenommen, mehr als 6.000 davon erhielten zusätzlich eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen (MRT) im Neubrandenburger Klinikum. „Der persönliche Einsatz jedes einzelnen Teilnehmers ist für den langfristigen Erfolg der Gesundheitsstudie und eine möglichst hohe Aussagekraft der Forschungsergebnisse ausschlaggebend. Wir sind sehr dankbar, dass die Bevölkerung, das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, die Politik und auch viele Arbeitgeber die NAKO-Studie so stark unterstützen“, hob Prof. Dr. Henry Völzke hervor. Bislang wurden seit 2014 in den bundesweit 18 Studienzentren 189.000 Bürger zwischen 20 und 69 Jahren untersucht; geplant sind bis Ende April 2019 insgesamt 200.000 Teilnehmer.

Folgeuntersuchungen sollen gesundheitliche Veränderungen aufzeigen
„Die Teilnehmer erwartet auch in der zweiten Runde ein umfangreiches Programm an medizinischen Untersuchungen“, kündigte Projektleiterin Dr. Sabine Schipf an. Das Untersuchungsprogramm dauert zwischen viereinhalb und fünf Stunden und umfasst neben den Befragungen zur Lebensweise und zu Vorerkrankungen auch medizinische Untersuchungen. So werden zum Beispiel Größe, Gewicht, Körperfettzusammensetzung, Handgreifkraft, körperliche Aktivität, Blutdruck und die Lungenfunktion gemessen. Im Labor werden Blutwerte wie Zucker- oder Cholesterinwerte ermittelt. Über viele Untersuchungsergebnisse werden die Teilnehmer, wenn gewünscht, informiert. Die MRT-Untersuchung beinhaltet zusätzlich ein 60-minütiges Untersuchungsprogramm für den ganzen Körper, vom Kopf abwärts, über den Brustkorb, die Bauchorgane und das Becken bis zu den Knien. Mit Hilfe von Magnetfeldern werden kontrastreiche, hochaufgelöste Schnittbilder des Körpers erzeugt, ohne Verwendung von Röntgenstrahlung oder Kontrastmitteln.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn erneut viele Chefs und Unternehmer im Rahmen der Initiative ‚Arbeitgeber unterstützen die NAKO‘ die Teilnahme ihrer Mitarbeiter mit einer Freistellung aktiv fördern“, unterstrich Studienzentrumsleiterin Dr. Claudia Meinke-Franze. „Entsprechende Teilnahme-Bescheinigungen für den Betrieb werden bei uns ausgestellt.“ Erstmals können sich die Teilnehmer auch auf eine monatliche Verlosung sowie eine Jahresverlosung mit kleinen Preisen freuen, die neben der Aufwandsentschädigung als Dankeschön für die Teilnahmebereitschaft an der Gesundheitsforschung gedacht ist. Das Neubrandenburger Studienzentrum im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum befindet sich auf Ebene 7 im Haus B, die MRT-Untersuchung findet auf Ebene 0 im Haus R statt.

Die derzeit laufende Auswertung der umfangreichen Studiendaten aus der ersten Untersuchungswelle von 2014 bis 2019 wird bereits einige Zwischenergebnisse zur Häufigkeit und Entstehung von Zivilisationserkrankungen erbringen. Jedoch nur durch eine längerfristige Beobachtung möglicher gesundheitlicher Veränderungen bei allen Teilnehmenden der Erstuntersuchung kann die Entstehung von Volkskrankheiten wie Allergien, Herz-Kreislauferkrankungen, Zuckerkrankheit oder Krebserkrankungen besser verstanden werden.

#Hintergrund NAKO
Die NAKO in der Region Neubrandenburg und Mecklenburgische Seenplatte wird von dem Institut für Community Medicine, Abteilung SHIP-Klinisch-Epidemiologische Forschung, der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt. Ziel ist es, Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der typischen Volkskrankheiten, wie Krebs, Demenz, Diabetes und andere zu verbessern. Um die Zusammenhänge zwischen der Entstehung dieser Krankheiten und des Lebensstils der Betroffenen besser zu verstehen, werden neben medizinischen Untersuchungen auch umfangreiche Befragungen zu den Lebensgewohnheiten durchgeführt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

Weitere Informationen unter

Foto: NAKO MV
Auf in die zweite Runde – insgesamt 27 Mitarbeiter gehören zu den beiden NAKO-Studienzentren in Mecklenburg-Vorpommern in Neubrandenburg und Neustrelitz.
(vordere Reihe v.l.n.r.: Maja Schnarr, Sandy Gromoll, Anja Schröder, Angelika Kurz, Anke Denecke, Karin Oehler, hintere Reihe v.l.n.r.: Marco Ziesemer, Sandra Hannemann, Mandy Rehmann, Annette Grabow, Eva-Sybille Lübke, Tina Ramm, Kathrin Rehberg, Manuela Winter, Yvonne Roahl, Katrin Rewohl, Jacqueline Holz-Robeck, Kerstin Regner, Julia Kühl).

Projektleitung
Dr. Sabine Schipf, MSc.
T +49 3834-86 19 658
E sabine.schipf@uni-greifswald.de

Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Community Medicine
Studienleiter: Prof. Dr. med. Henry Völzke
Walter Rathenau Str. 48, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-75 41
E nako@uni-greifswald.de

Instagram/Twitter @UMGreifswald

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