IgG4-assoziierte Erkrankung: Rheumatologen fordern mehr Forschung

Anzeige
Teilen

In der Mehrzahl der Fälle wird eine IgG4-assoziierte Erkrankung daher – ebenso wie andere Rheumaformen – zunächst mit entzündungshemmenden Glucocorticoiden behandelt. „Dadurch bessern sich die Symptome meist deutlich“, sagt Prof. Dr. med. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. Häufig flamme die Erkrankung jedoch nach dem Absetzen der Medikamente wieder auf. Um die Dosis der nebenwirkungsreichen Glucocorticoide verringern oder die Mittel ganz absetzen zu können, haben sich moderne Biologika bewährt, die in der Regel hochwirksam sind und das Ausschleichen erleichtern. Etwas weniger effektiv scheinen Immunsuppressiva wie Methotrexat zu sein, die bei anderen entzündlich rheumatischen Erkrankungen gute Erfolge erzielen.

Welche Therapie gegen eine IgG4-assoziierte Erkrankung eingesetzt wird, hängt hauptsächlich von den betroffenen Organen ab. „Hautveränderungen oder Entzündungen der Speicheldrüsen werden deutlich seltener mit Glucocorticoiden behandelt als eine IgG4-assoziierte Erkrankung mit Nierenbeteiligung“, nennt Professor Lorenz ein Beispiel und verweist auf eine umfangreiche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2016, die den weltweiten Status quo der Behandlung zusammengefasst hat. Daraus lässt sich auch ablesen, dass in Asien rund doppelt so viele Patienten unbehandelt bleiben wie in Europa. Diese Praxis des beobachtenden Abwartens mündete bei immerhin 43 Prozent der Patienten in einer spontanen Remission. „Solche Studien liefern wertvolle Informationen zu betroffenen Organen, Erkrankungszahlen, den derzeit angewandten Therapien und deren Erfolgen“, sagt Professor Lorenz, Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg und medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des ACURA-Rheumazentrums Baden-Baden. Da die Genetik bei entzündlichen Erkrankungen eine wichtige modulierende Rolle spielt, ist unklar, ob diese asiatischen Daten auf unsere Patienten übertragbar sind. Sie sollten aber vor allem als Basis für das Design randomisierter, kontrollierter Studien betrachtet werden, in denen Therapien systematisch evaluiert werden. Solche und andere Forschungsbemühungen im Bereich der Rheumatologie zu fördern, ist der DGRh ein großes Anliegen. Über das Kompetenznetz Rheuma werden daher seit einigen Jahren Forschungsmittel für innovative Projekte vergeben, die rheumatologische Fragestellungen klinisch oder experimentell untersuchen.

Anzeige

Literatur:
Brito-Zerón P. et al. Therapeutic approach to IgG4-related disease. A systematic review
Medicine(Baltimore).2016 Jun; 95(26): e4002
Published online 2016 Jul 1.doi:10.1097/MD.0000000000004002

Über die DGRh
Die DGRh ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern die größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert hierzulande seit 90 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

***********************************************************************
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e. V.
Geschäftsstelle
Anna Julia Voormann
Generalsekretärin
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, Aufgang C
10179 Berlin
Tel. +49 30 240 484 70
Fax +49 30 240 484 79

Anzeige

Pressekontakt für Rückfragen:
Stephanie Priester
Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-605
Fax: 0711 8931-167E-Mail:


Teilen
Anzeige

Diese Website nutzt Cookies um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Finden Sie weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung. Zur Datenschutzerklärung

Impressum