IFAF-Projekt untersucht Notfallseelsorge am Breitscheidplatz

Berlin, 17.12.2019. Am 19. Dezember jährt sich der terroristische Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz zum dritten Mal. Das Forschungsprojekt „PSNVNet“, das gemeinsam von der ASH Berlin und der HWR Berlin getragen wird, analysiert die psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des Attentats von 2016.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Neumann (ASH Berlin) und Prof. Dr. Vincenz Leuschner (HWR Berlin) untersuchen die Wissenschaftler_innen die Organisation und Ausgestaltung der damaligen psychosozialen Notfallversorgung als Beispiel für die Akutphase einer Großschadenslage. Aus ihrer Untersuchung leiten sie Empfehlungen und Qualitätskriterien ab, um die Akutversorgung bei zukünftigen Anschlägen zu verbessern und damit Opfer, Ersthelfer_innen, aber auch Angehörige besser unterstützen zu können.

Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen

Die beteiligten Hochschulen arbeiten für das Projekt mit ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen aus acht Hilfsorganisationen zusammen, die sich unter dem Dach der Notfallseelsorge/Krisenintervention Berlin als Netzwerk organisiert haben. Ihre Mitglieder waren auf dem Breitscheidplatz als psychosoziale Ersthelfer_innen im Einsatz.

Justus Münster, Leiter der Notfallseelsorge/Krisenintervention Berlin: „Wir haben festgestellt, dass es nach einem größeren Schadensereignis sehr viel mehr Betreuungsmöglichkeiten für Menschen geben sollte. Diese identifizieren wir gerade. Darüber hinaus haben wir mit dem Forschungsprojekt schon jetzt erreicht, dass wir uns bestimmte interne Organisationsabläufe noch einmal angeschaut und Verbesserungsbedarf festgestellt haben. So machen wir jetzt Organisationsentwicklung.“

Prof. Dr. Olaf Neumann, Projektleiter an der ASH Berlin: „Manchmal wurde mir im Zusammenhang mit dem Breitscheidplatz die Frage gestellt: Was tut eigentlich die Wissenschaft? Anders als die Politik, die damals im Nachgang des Attentats versuchte, durch Anpassungen von Gesetzgebungen und Verwaltungshandeln besser auf Opferbedürfnisse zu reagieren, versuchen wir auf eine zukünftige Praxis verändernd einzuwirken und das bürgerschaftliche Engagement zu stärken. Das ist angewandte Wissenschaft im besten Sinne des Wortes.“

Das Projekt „PSNVNet“ wird vom Institut für angewandte Forschung (IFAF) Berlin bis Ende März 2020 gefördert.

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Wissenschaftliche Ansprechpartner:
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