Hygienesiegel für Altenheime

Am 14. März treffen sich an der Universität Duisburg-Essen nicht nur Lebensmittelchemiker des Regionalverbands Nordrhein-Westfalen zu ihrer Arbeitstagung 2018. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft lädt alle Akteure des Netzwerks One Health ein, über weiterentwickelte Analytik und Konzeptionen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes zu diskutieren. Auf dem Programm steht die kompetente rechtliche Bewertung von Wasser- und Luftuntersuchungen, ebenso wie die Analyse „intelligenter Oberflächen“ auf Textilien. Neue, grundlegende Ergebnisse zu gesundheitlichen Aspekten von Tee, Kaffee und zum Verständnis von Allergenen präsentieren universitäre Forschungsgruppen aus NRW.

Das abwechslungsreiche Tagungsprogramm zeigt auch dieses Jahr eindrucksvoll die Breite des Berufsprofils von staatlich geprüften Lebensmittelchemiker/-innen. Zunehmend müssen die Experten des gesundheitlichen Verbraucherschutzes etwa intelligente Oberflächen auf Textilien unter die analytische Lupe nehmen.

Durchaus provozierend wird diskutiert werden, ob sich mit einem einheitlichen „Werkzeugkoffer“ aus analytischen Tools der Wasser-, Luft- und Oberflächenanalytik Innenräume wie Großküchen in Altenheimen zertifizieren lassen und ob dies vielleicht eine Alternative zur einst von der nordrhein-westfälischen Lebensmittelüberwachung propagierte amtlichen Hygieneampel darstellt.
Überhaupt setzt die Tagung Akzente. Was benötigt die Ausbildung von Lebensmittelchemiker/innen zukünftig mit welchen Kompetenzen? Der Beitrag zum Wasserrecht liefert hier eine ideale Diskussionsgrundlage, bietet die Trinkwasserverordnung doch ein hervorragendes Konstrukt, analytisches Know-how, Verständnis von regulatorischer Toxikologie und Anwendung von Recht exemplarisch zu erlernen. In einem weiteren Vortrag geht es darum, inwiefern wissenschaftliche Experten oder auch Verbraucher medial vermittelte Statistiken verstehen. Welche Fehler werden bei der Interpretation von Fehlern gemacht und welche Risiken bergen „Unstatistiken“?

Schließlich geht es um den Menschen und seine Gesundheit selbst. Die Teilnehmer tauschen sich aus über die Bewertung teils widersprüchlicher Ergebnisse über die Wirkungen von Fettsäure-Metaboliten aus Fleisch, aber auch protektive Effekte von Grünteeinhaltsstoffen auf Darmkrebszellen. Auch wird diskutiert, wann Nahrungsmittelallergene im Magen-Darm-Trakt als solche wirken. Gespannt sein dürfen die Teilnehmer auch auf den Vortrag, in dem die generelle Arbeitsweise des Landeskriminalamtes anschaulich anhand der Analytik von Betäubungsmitteln präsentiert wird.

Weitere Informationen unter
https://www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/lebensmittelchemische-gesellschaft/regionalverbaende.html.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, die Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden u. a. Tagungen der sechs Regionalverbände durchgeführt. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit fast 3.000 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet alljährlich den Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 17. bis 19. September in Berlin.

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