Hüftprothese – wenn das Gelenk verschlissen ist

Wenn das Hüftgelenk verschlissen ist, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht, ist oftmals ein künstlicher Gelenkersatz der letzte Ausweg. Doch der Eingriff verläuft nicht immer problemlos: Selbst ein hochwertiges Implantat und eine plangemäß durchgeführte Operation garantieren nicht, dass das neue Gelenk richtig mit dem Knochen zusammenwächst. Dabei lässt sich das Einwachsen der Prothese mit den gängigen Diagnosemethoden (z. B. Röntgen) nur ungenau überwachen.

Eine Hüftprothese, die mitdenkt
Hier setzt ein neuer Forschungsverbund an: Unter dem Projektnamen INHUEPRO – Intelligente Hüftprothese entwickeln verschiedene Forschungspartner ein neues Diagnosesystem, um das Einwachsen einer Hüftprothese exakt kontrollieren zu können. Beteiligt ist an dem Projekt unter anderem die chirurgische Forschung (Leitung: Prof. Dr. Manfred Köller) am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil (Universitätsklinikum der RUB). Das Kernstück des Projektes ist die Entwicklung eines kleinen, etwa Centstück-großen Sensors, der fest in die Prothese eingebaut wird. Dieser soll in der Lage sein, kleinste Schwingungen an der Prothese zu empfangen und zu verarbeiten. Wird der Schaft der Prothese dann von außen durch Ultraschallwellen in Schwingung gebracht, so können aus der Interpretation dieser Daten fundierte Rückschlüsse auf die Festigkeit des Hüftgelenks gezogen werden. Dazu steht ein weiteres, externes Gerät bereit: Es empfängt die aufgezeichneten Daten drahtlos und wertet sie aus. Auf diese Weise soll der behandelnde Arzt ein zuverlässiges Bild bekommen, ob eine eingesetzte Hüftprothese planmäßig mit dem Knochen verwächst oder nicht und ob gegebenenfalls eine korrigierende Operation unausweichlich ist.

Von der Entwicklung zur vorklinischen Erprobung
Die Entwicklung des Sensors ist eine wesentliche Herausforderung des Projektes: Denn das Mikrosystem muss verschiedene Komponenten wie Vibrationssensor, Signalverstärker und Datenchip enthalten und dabei auf weitaus kleinere Abmessungen gebracht werden, als es der derzeitige Stand der Technik hergibt. Von der Realisierung dieser neuen Technologie erhoffen sich die Forscher Impulse auch für die Entwicklung anderer intelligenter Implantate. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der vorklinischen Erprobung des Systems, die durch die Arbeitsgruppe am Bergmannsheil um Dr. Birger Jettkant und Dipl. Phys. Uwe Dambrowski geleistet wird. Sie wird sowohl die Funktionalität des Diagnosesystems prüfen und den Einsatz des Implantates erproben. (Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil 03/2010)

Weitere Informationen:
Dr. Birger Jettkant
Chirurgische Klinik – Chirurgische Forschung
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6382 /-4681
E-Mail: birger.jettkant@rub.de

Scroll to Top