HSHL-Professorin Nilima Prakash referiert auf Welt-Parkinson-Kongress

Der vom 20.-23.9. abgehaltene Kongress verzeichnete über 4.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 62 Ländern. Er versammelte führende Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Medizinerinnen und Mediziner, die auf dem Gebiet der Parkinson-Erkrankung forschen oder arbeiten, sowie Patientinnen und Patienten, die selbst an der Parkinson-Erkrankung leiden.

Parkinson ist nach der Alzheimer-Erkrankung die zweithäufigste altersbedingte neurodegenerative Erkrankung weltweit, mit derzeit geschätzten sieben bis zehn Millionen Betroffenen(1), sowie geschätzten 13,9 Milliarden Euro an jährlichen Kosten allein in Europa(2). Diese Zahlen werden sich aufgrund der alternden Bevölkerung in den europäischen Ländern voraussichtlich bis zum Jahr 2030 verdoppeln.

Studie könnte zu neuer Parkinson-Therapie verhelfen

Kennzeichnend für diese tückische Erkrankung ist der progressive Verlust einer ganz bestimmten Nervenzellpopulation im Gehirn – den sogenannten Dopamin-produzierenden (dopaminergen) „Substantia nigra pars compacta“ (SNc) Nervenzellen. Diese Zellen übermitteln durch den Botenstoff Dopamin im Gehirn Signale, die sich besonders auf die Planung und den Beginn einer Körperbewegung auswirken. Der fortschreitende Rückgang der Nervenzellpopulation führt zu den typischen motorischen Symptomen der Erkrankung wie Muskelzittern, Muskelstarre, Haltungsinstabilität und verlangsamten Bewegungen bis hin zur Bewegungslosigkeit. Bislang ist die Parkinson-Erkrankung nicht heilbar, sie kann nur symptomatisch therapiert werden, wobei meist nach drei bis fünf Jahren eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands eintritt. Eines der drängendsten Anliegen auf diesem Gebiet ist deshalb die Suche nach neuen präventiven und therapeutischen Ansätzen für diese Erkrankung. Hier setzt die Arbeit von Prof. Prakash an. Sie und ihre ehemalige Arbeitsgruppe am Helmholtz Zentrum München haben neue Signalkaskaden im Gehirn aufgedeckt, die in einem Mausmodell für die Parkinson-Erkrankung zu einem deutlich besseren Überleben der dopaminergen SNc Nervenzellen in diesen Mäusen führten, bzw. die gezielte Erzeugung speziell dieser Nervenzellen aus pluripotenten Stammzellen förderten. Dass diese Forschungsarbeit hoch aktuell ist, zeigt auch der Blick auf andere Forschergruppen. „Es wird gegenwärtig in mindestens einer weltweit stattfindenden klinischen Studie auch die Transplantation von in vitro, also in der Kulturschale differenzierten dopaminergen SNc Nervenzellen in das Gehirn der an Parkinson Erkrankten als ein weiterer therapeutischer Ansatz verfolgt“, so Prof. Prakash.

An der Hochschule Hamm-Lippstadt, an der Prof. Nilima Prakash seit dem 1. Juni 2016 lehrt, will sie ihre Forschung nach dem Kongress natürlich fortsetzen und die gewonnenen Erkenntnisse und Impulse auch an ihre Studierenden weitergeben. „Meine Forschungsarbeit an der HSHL baut auf meinen Aktivitäten am Helmholtz Zentrum München auf. Wir hoffen, dass die Ergebnisse unserer Studien schlussendlich den an Parkinson Erkrankten direkt zugutekommen.“

(1)Quelle: http://www.pdf.org/en/parkinson_statistics
(2)Quelle: Europäische Konsenserklärung über Behandlungsstandards bei Parkinson-Erkrankungen, Band I, 2011

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