HPI News: Schulverpflegung – „Essen aus der Box“ bringt Jugendliche auf den Geschmack

„Mit der HPI School of Design Thinking wollen wir neue Wege zur Verbesserung der Akzeptanz der Schulspeisung in Brandenburg gehen und das innovative Potenzial der Hochschule nutzen“, erklärt Frau Dr. Maren Daenzer-Wiedmer, Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg. Während die Hälfte der Grundschulkinder in der Schule essen, nehmen nur noch unter 30 Prozent der Sekundarschüler an der Schulspeisung teil.

„Um die Situation zu verbessern, haben wir zwei multidisziplinäre Studententeams sechs Wochen lang auf diese Aufgabenstellung angesetzt. Dabei herausgekommen sind zwei ganz unterschiedliche Ansätze“, so Prof. Ulrich Weinberg, Leiter der HPI School of Design Thinking.

Bei dem einen handelt es sich um eine „Essens-Box“ Mit ihr können die Schüler ihre Verpflegung wie in einem Baukastensystem modulartig selbst zusammenstellen. Durch die stabile Verankerung der Essensschalen innerhalb der Box können die Speisen zu individuell gewählten Orten außerhalb der üblichen Mensa mitgenommen werden. Der andere Ansatz ist das Konzept eines Food-Paten. Es beruht darauf, dass sich eine Person als zentraler Ansprechpartner zwischen Schulen, Schulträgern und Schülern bewegt. Als Kontaktperson fährt dieser von Schule zu Schule und bleibt mit diesen in ständigem Kontakt. Durch soziale Netzwerke und eine eigene Internetseite sowie Ideenkarten sollen die Aktivitäten der Schulen sichtbar und vorangetrieben werden. So entsteht ein verbindliches Netzwerk, in dem der Food-Pate als Vertrauensperson und Projektinitiator agiert.

Am Tag der Schulverpflegung, der unter dem Motto „Wie lecker is‘ das denn!“ steht, wird es in vielen Schulen des Landes Brandenburg schmackhafte und ausgewogene Mittagsmenüs und ergänzende Angebote im Unterricht geben, die Lust auf die Schulmensa machen. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg hat dafür Rezepte und Arbeitshilfen zur Verfügung gestellt sowie Projektpartner und Akteure vermittelt.

Hintergrund zur HPI School of Design Thinking
Die HPI School of Design Thinking des Hasso-Plattner-Instituts ist Europas erste Innovationsschule für Studenten. Das ein- oder optional zweisemestrige Zusatzstudium in Potsdam-Babelsberg richtet sich an Studierende, die sich in der letzten Phase ihres Diplom-, Master- oder Promotions-Studiums befinden oder kürzlich ihr Bachelor-Studium beendet haben. Pro Semester werden höchstens 80 neue Studierende angenommen und in der nutzerzentrierten Innovationsmethode Design Thinking ausgebildet. Die Ausbildung erfordert zwei Präsenztage in Potsdam pro Woche. Der erfolgreiche Abschluss wird den kreativen Querdenkern mit einem Zertifikat bescheinigt. Dieses in Europa einzigartige Zusatzstudium wurde nach dem Modell der bekannten „d.school“, des Hasso Plattner Institute of Design an der US-Eliteuniversität Stanford im Silicon Valley, entwickelt. Das amerikanische Schwesterinstitut und das Potsdamer HPI arbeiten auf verschiedenen Ebenen im Innovationsbereich zusammen, auch in der Forschung. Revolutionär an der neuen akademischen Zusatzausbildung ist, dass sowohl die fünf bis sechs Studenten pro Lerngruppe als auch ihre Professoren und Dozenten jeweils aus ganz unterschiedlichen Disziplinen kommen. Den Design Thinking-Studenten stehen als Lehrende im kommenden Wintersemester 36 erfahrene Professoren, Doktoren und Assistenten aus verschiedenen Fachbereichen zur Seite. Das Kernteam der D-School selbst besteht aus 14 Mitarbeitern.

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