Hohes Potenzial von Mensch-Maschinen-Schnittstellen für Medizintechnik

„In manchen Technologien sind wir bedeutend näher dran an einem Serieneinsatz, als die meisten Menschen vielleicht denken“, betonte Sascha Österle, Manager für Business Development, System Industrie Electronic GmbH (S.I.E., Lustenau/Österreich) im Rahmen seines Vortrages „Technologien und Sound-Design für multimodale HMIs“. Er erläuterte den aktuellen Stand der HMI-Technologien und deren Anwendbarkeit in der medizinischen Mensch-Maschinen Kommunikation. Insbesondere Technologien für Spracherkennung seien heute schon für einfache Befehlsausführungen anwendbar. Die Technologie der Gestenerkennung erlaube es immerhin schon, „große Gesten“ gut zu erkennen und die bereits im Consumer Markt angekommene Technologie der „Augmented Reality“ könnte in wenigen Jahren auch in der Medizin als „Head-Up-Display“ für einfache Informationen eingesetzt werden.

Besonders vielversprechend seien auch Technologien, die dem Touch-Screen die „Blindbedienung“ zurückgeben, da sie die haptischen Sinne aktivieren. Dies durch elektrische Felder an der Touch Screen Oberfläche, die bewirken, dass die Fingerkuppen bei der Berührung des Bildschirms stimuliert werden, was wiederum gewisse Oberflächen simuliert. Prototypen dieser Technologie seien bereits verfügbar, allerdings läge der Fokus derzeit aufgrund des höheren Absatzpotenziales noch auf Consumer Markt-Produkten.
Ergänzend zu den Technologien ging Markus Reiner, Managing Partner der Firma audity – Agentur für Audio-Design (Kempten) auf das Potenzial akustischer Reize in der Medizin ein. Hilfe bei visueller und haptischer Arbeitsauslastung – wie in Monitoring-Situationen, wenn der Blick permanent von Bildschirm zum Patient wechselt – könne nur ein gut durchdachtes Audio-Design bieten. Dabei liege die Herausforderung im Audio-Design vor allem in der Suche nach Lösungen, die angenehme weiche Tonfolgen ausgeben, anstatt schrille, hektisch wirkender Einzeltöne. Bei der Umsetzung von solchen akustischen Signalen würden Audio-Designer häufig auf Alltagsinspirationen zurückgreifen, um zusätzlichen Lärm und dadurch Stress im Krankenhaus zu vermeiden. Ein bekanntes Beispiel hierfür sei das Geräusch, das beim Zerknüllen eines Papierblattes entsteht, es sei naheliegend, das Signal als Löschvorgang zu interpretieren und hierfür einzusetzen. Der Einsatz von solchen akustischen Signalen könnte, im Bereich HMI eingesetzt, Medizinern eine wertvolle Unterstützung bieten.

Abschließend diskutierten die Teilnehmer Möglichkeiten und Hindernisse bei der Einführung von Medizintechnikprodukten.

Weitere Informationen:

Management Netzwerk Medizintechnik
Caroline Eberl
TEL: +49 (0) 871 506-498
caroline.eberl(at)haw-landshut.de

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