Hoher Puls – das unterschätzte Risiko

(djd). Vorbeugen ist besser als heilen. Ab 35 sollten daher nicht nur gesundheitsbewusste Frauen alle zwei Jahre zum Check-up gehen. Auch für arztscheue Männer ist die von den Krankenkassen übernommene Vorsorgeuntersuchung eine Chance, Diabetes mellitus, Nierenleiden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Um letzteren effektiv vorzubeugen, ist es ratsam, neben dem Blutdruck auch die Pulsfrequenz überprüfen zu lassen. Denn Studien bestätigen, dass der erhöhte Herzschlag nicht nur die Entwicklung einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) fördern, sondern auch Herzrhythmusstörungen und das Auftreten von Herzinfarkten begünstigen kann.

Störung für den Herzrhythmus

„Ein hoher Ruhepuls ist oft Ausdruck einer zu starken Aktivierung des vegetativen Nervensystems“, erklärt Dr. med. Norbert Smetak. Die damit verbundene Freisetzung hoher Mengen Adrenalin schlage sich in Bluthochdruck und erhöhten Blutfett- und Zuckerwerten nieder, so der Kardiologe aus Kirchheim. Zudem könne Adrenalin direkt am Herzen den Rhythmus stören, erläutert der Schirmherr der Initiative Pulsgesund, die über den unterschätzten Risikofaktor „Puls“ aufklären will. Unter http://www.pulsgesund.de finden Interessierte umfassende Hintergrundinformationen, Ernährungstipps und eine Puls-App.

Pulsbeschleuniger meiden

Um einen erhöhten Puls zu senken, empfiehlt Dr. Smetak, den Genuss von anregenden Substanzen wie Tein, Koffein und von Pulsbeschleunigern wie Nikotin zu reduzieren. Zudem habe Sport in Form von zwei- bis dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauertraining einen sehr guten Einfluss auf die Pulshöhe. Bei einer vorliegenden Koronaren Herzkrankheit (KHK) oder Herzschwäche müssten dagegen moderne Medikamente zum Einsatz kommen. „Neben sogenannten Betablockern und speziellen Calcium-Antagonisten gibt es mit Ivabradin seit 2007 einen speziellen Pulssenker, der ausschließlich auf den Puls einwirkt.“ Er wirke hemmend auf die Schrittmacherzellen des Herzens und könne kombiniert mit Betablockern eingesetzt werden.

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