Hohe Auszeichnung für Krebsforscher

Der Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis und die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille gehören zu den höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland. Am Montag, 31. März 2014, hat die Förderstiftung MHH plus die Auszeichnungen in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) verliehen.
Der mit 10.000 Euro dotierte Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2013/2014 – gerichtet an junge Mediziner in der Krebsforschung für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit – ging an Dr. Soyoung Lee und Professor Dr. Clemens Schmitt (beide Molekulares Krebsforschungszentrum – MKFZ, Berlin). Dr. Lee und Professor Schmitt von der Charité Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch sind international hervorragend ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der molekula- ren Krebsforschung.

Vor genau 30 Jahren erhielt Professor Dr. Alexander Knuth, medizinischer Direktor des National Center for Cancer Care & Research NCCCR (Doha, Katar) den Johann-Georg-Zimmermann-Förderpreis. Nun erhielt er die Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2013/2014. Professor Knuth ist ein international aner- kannter Spezialist für die Behandlung bösartiger Tumoren des Gastrointestinaltrakts und ein international herausragender Experte auf dem Gebiet der Tumorimmunologie.

Die Preise wurden von Professor Dr. Christopher Baum, Präsident der MHH, und Andreas Rehfus, Vorstand der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft) überreicht.
Die Auszeichnung wird seit 1972 von der Deutschen Hypothekenbank (Actien-Gesellschaft) gestif- tet und zählt zu den ältesten und bestdotierten in Deutschland. Sie erinnert an den Schweizer Arzt, Gelehrten, Philosophen und Schriftsteller Johann Georg Ritter von Zimmermann, der von 1768-1795 in Hannover wirkte. Bislang ist eine Vielzahl deutscher und internationaler Forscher geehrt worden. Mit der Johann- Georg-Zimmermann-Medaille 2006/2007 wurde etwa der Nobelpreisträger für Medizin 2008, Professor Dr. Harald zur Hausen, ausgezeichnet.

Johann-Georg-Zimmermann-Preis 2013/2014

Dr. Soyoung Lee erhielt den Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2013/2014 zusammen mit ihrem wissenschaftlichen Betreuer, Professor Dr. Clemens Schmitt, als Anerkennung für ihre wichtige und herausragende Arbeit zur zellulären Seneszenz. Dr. Soyoung Lee ist als junge Molekularbiologin in der translationalen Krebsforschung an der Charité – Universitätsmedizin und dem Max-Delbrück-Center für Molekulare Medizin in Berlin tätig. Sie ist verantwortliche Wissenschaftlerin zahlreicher Forschungsprojekte und gehört der Gründungsfakultät der „Berlin School of Integrative Oncology (BSIO)“, einer Graduiertenschule, die die wichtige Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung schlägt, an.

Die Wissenschaftlerin Lee beschäftigt sich mit Mechanismen der Entstehung von Lymphdrüsenkrebs, so genann- ten Lymphomen, und ist besonders an der Entwicklung neuer Therapieansätze interessiert. Im Zentrum ihrer Ar- beiten steht dabei die „zelluläre Seneszenz“, ein Wachstumsstopp-Programm, mit dem sich gesunde Zellen normalerweise vor bösartiger Entartung schützen. Dieses Programm spielt, wie unter anderem von Dr. Lee gezeigt, auch für die Krebstherapie eine wichtige Rolle. Schlüsselergebnis der nun mit dem Zimmermann-Preis prämierten und in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichten Forschungsarbeit ist die zunächst überraschende Beobach- tung, dass seneszente, also ruhende Krebszellen, eine besonders hohe Stoffwechselaktivität aufweisen. Dr. Lee konnte nicht nur die dafür verantwortlichen Veränderungen in den seneszenten Tumorzellen ermitteln, sondern darüber hinaus die gesteigerte Stoffwechselaktivität der Tumorzellen als einen neuen therapeutischen Angriffspunkt effektiv nutzen.

Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2013/2014

Mit der Johann-Georg-Zimmermann-Medaille 2013/2014 wurde Professor Dr. Alexander Knuth, medizinischer Direktor des National Center for Cancer Care & Research NCCCR (Doha, Katar), ausgezeich- net. Von 2003 bis 2013 war Professor Knuth Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin/Onkologie an der Universität Zürich und Leiter der Klinik für Onkologie des Universitätsspitals Zürich. Vor dem Ruf nach Zürich etablierte und leitete er die Klinik für Onkologie/Hämatologie am Nordwest Krankenhaus Frankfurt, einem Lehrkrankenhaus der Johann-Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Weitere Ausbil- dungs-, Arbeits- und Forschungsstationen waren Berlin, Zürich, Mainz und das Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC) in New York, (USA).

Seine Spezialgebiete sind die Behandlung bösartiger Tumoren des Gastrointestinaltrakts und die Tumor- immunologie. Zusammen mit Kollegen arbeitet Professor Knuth an klinisch geführten Forschungs- und Entwicklungsprogrammen mit dem Ziel, im Rahmen der Krebstherapie neue immunbasierte Ansätze wie zum Beispiel aktive und passive Immunisierungsstrategien zu etablieren. 1984 erhielt er zusammen mit Professor Dr. Wolfgang Dippold den Johann-Georg-Zimmermann-Förderpreis für die Arbeit zum Thema „Das maligne Melanom – Perspektiven für eine spezifische Immundiagnostik und Immuntherapie“.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Michael P. Manns, Vorsitzender des Kuratoriums des Johann-Georg-Zimmermann-Preises, manns.michael@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-3306.

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