Hört die Signale

Unter G Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR) versteht man Proteine, die in der Zellmembran verankert sind und Signale ins Zellinnere weiterleiten. „GPCRs bilden eine der größten Proteinfamilien und haben Bedeutung für eine Vielzahl biologischer Prozesse“, erläutert Kolb. Beispiele sind Entzündungen, das Wachstum und die Reifung von Zellen, die Verarbeitung von Sinnesreizen sowie die Wirkung von Hormonen. Manche Viren wie der AIDS-Erreger HIV nutzen G Protein-gekoppelte Rezeptoren als Bindungsstellen, um in die Zelle zu gelangen.

In den vergangenen Jahren sind die Strukturen zahlreicher GPCR-Moleküle beschrieben worden, so dass die Aufklärung der Wirkungsweise in greifbare Nähe rückt. „GLISTEN“ organisiert den wissenschaftlichen Austausch zwischen Experten, um die Aktivierung der Rezeptoren, ihre Bindung an Partnermoleküle und deren Wirkung im Detail aufzuklären. Dadurch erhoffen sich die Initiatoren, unter anderem Moleküle zu identifizieren, die als Leitstrukturen für die Wirkstoffentwicklung dienen können. Hierfür stellt die Europäische Union für die nächsten vier Jahre mehr als 550.000 Euro aus ihrem „COST“-Programm zur Verfügung.

Peter Kolb leitet eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Pharmazeutische Chemie der Philipps-Universität. Er ist Mitglied im Marburger „LOEWE“-Zentrum für Synthetische Mikrobiologie.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Dr. Peter Kolb,
Institut für Pharmazeutische Chemie
Tel.: 06421 28-25908
E- Mail: Homepage der Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe:
„GLISTEN“ im Internet:

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