Anstoß zur Behandlung kommt oft von anderen: Warum man beim Thema Hörminderung nicht einfach weghören darf

53 Prozent der deutschen Bevölkerung haben Bekannte oder Verwandte, die an einer Hörschwäche leiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage unter 1.000 zufällig ausgewählten Personen aller Altersklassen im Auftrag des Bundesverbandes der Hörgeräte-Industrie. Der Befragung zufolge ist das weibliche Geschlecht aufmerksamer bei diesem Thema, denn Frauen registrieren Schwerhörigkeit in ihrem Umfeld um fünf Prozentpunkte häufiger als Männer. „Die Umfrage dokumentiert das wachsende Verständnis, das unsere Gesellschaft Menschen mit einer Hörminderung inzwischen entgegenbringt“, sagt Hans-Peter Bursig, Vorstandsvorsitzender beim Bundesverband der Hörgeräte-Industrie.
 
Hörminderung ist längst kein Tabuthema mehr
64 Prozent der Befragungsteilnehmer thematisieren von sich aus eine vermutete Hörschwäche – wobei es in diesem Fall keine signifikanten Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Wie offen im Familien-, Freundes- und Kollegenkreis mittlerweile über Hörminderung gesprochen wird, geht auch aus der Tatsache hervor, dass die Befragten in vielen Fällen über den Stand der Dinge im Bilde sind: 16 Prozent haben zwar noch keine Hörhilfe, planen jedoch, demnächst einen HNO-Arzt beziehungsweise einen Hörgeräte-Akustiker aufzusuchen. „Es wäre wünschenswert, wenn sich auch bei den restlichen Betroffenen Angehörige und Freunde ein Herz fassen und zu einer sachkundigen Behandlung raten“, meint Hans-Peter Bursig. Und weiter: „Mit individuell angepassten Hörhilfen lassen sich viele Arten und Schweregrade von Hörschädigung ausgleichen.  Moderne Hörsysteme sind leicht, klein und extrem leistungsfähig. Sie bieten einen hohen Tragekomfort und treten auch optisch sehr dezent in Erscheinung.“

Wichtig sei eine möglichst frühzeitige Behandlung der Hörminderung, weil sonst Nachteile in Schule und Beruf sowie Sicherheitsrisiken zum Beispiel im Straßenverkehr drohen. Insbesondere bei Senioren kommt die Gefahr der sozialen Vereinsamung hinzu: Zum einen ist die sprachliche Kommunikation mit anderen Menschen behindert, zum anderen schämen sich gerade ältere Menschen oft wegen ihrer Hörschwäche. In der Folge gehen sie Gesprächen von vornherein aus dem Weg – Vereinsamung ist somit vorprogrammiert. Umso wichtiger ist es, insbesondere bei Eltern und Großeltern auf mögliche Anzeichen einer beginnenden Hörminderung zu achten.

„Wie die Erfahrung lehrt, fehlt in vielen Fällen nur der äußere Anstoß, damit sich Betroffene zur Behandlung ihrer Hörminderung entschließen. Die Anpassung einer individuellen Hörhilfe beseitigt Hürden in der zwischenmenschlichen Kommunikation, verbessert die Lebensqualität und schafft die Voraussetzung für mehr Erfolg in Schule und Beruf“, bemerkt abschließend Hans-Peter Bursig.
 

Über den Bundesverband der Hörgeräte-Industrie
Der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie ist die Vertretung der 14 auf dem deutschen Markt tätigen Hörgerätehersteller. Der Verband artikuliert die Interessen seiner Mitglieder und ist das Kommunikationsorgan für alle Themen rund um Hörtechnologie, Hörminderung und Innovation auf dem Gebiet der Audiologie. In diesem Kontext setzt sich der Verband dafür ein, die Nutzung von Hörgeräten durch Menschen mit einer Hörminderung zu erhöhen, über die Leistungsfähigkeit moderner Hörsysteme aufzuklären und Hemmschwellen bei der Nutzung abzubauen. Darüber hinaus engagiert sich der Verband für eine effektive und ergebnisorientierte Zusammenarbeit mit allen Gruppen, die an der Versorgung mit Hörsystemen beteiligt sind. Dazu gehören Hörgeräteakustiker, HNO-Ärzte, Krankenkassen, andere Verbände und Interessengruppen sowie die Politik. Der Umsatz der Hörgerätebranche mit Hörsystemen und der Anpassung der Geräte hat im Jahr 2010 etwa eine Milliarde Euro betragen.

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