Höchststand beim ärztlichen Nachwuchs

Verschiedene Studien zum Problemkomplex „Ärztemangel“ gehen von einem hohen Verlust von Medizinstudierenden an den Universitäten aus. Der Studienerfolg der in- und ausländischen Medizinstudierenden in Deutschland und die Zahl der Absolventen erreichen jedoch Höchststände. Dies zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes und Absolventenbefragungen vom Internationalen Zentrum für Hochschulforschung der Universität Kassel.

Bei den bisherigen Studien zum Problemkomplex wurden weder umfassende Befragungen noch entsprechende Daten des Statistischen Bundesamtes zum Medizinstudium (nur Staatsexamen) ausgewertet. Ihnen dienten vorrangig Serien des Bundesamtes zur „Medizin – Allgemein“ oder sekundäre Quellen als Ausgangsmaterial. „Dort wird innerhalb der Medizin aber nicht zwischen den verschiedenen Studiengängen unterschieden. Studierendenzahlen in Studiengängen mit den universitären Abschlüssen Bachelor, Master, Magister, Diplom, Promotion und Staatsexamen werden nur als Summe angegeben. Der Medizinische Fakultätentag (MFT) hat deshalb eine Sonderauswertung beim Statistischen Bundesamt für die Studierenden in der Humanmedizin mit dem Ziel „Staatsexamen“ in Auftrag gegeben,“ erläutert Professor Dieter Bitter-Suermann, MFT-Präsident. Das Ergebnis legt eine erfreuliche Entwicklung offen: Nach Daten des Statistischen Bundesamtes haben inzwischen die Absolventen mit einem Staatsexamen den Stand aus den Jahren der sogenannten „Ärzteschwemme“ wieder erreicht. Vor 14 Jahren gingen Ärzteorganisationen von 50.000 – 60.000 dauerhaft arbeitslosen Medizinern aus. Die Prognosen sind jedoch nicht eingetreten. Die Motivation des ärztlichen Nachwuchs, kurativ tätig zu werden, ist sehr hoch.

„Bereits das Rambøll-Gutachten, das im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt wurde, zeigt, dass der größte Verlust von Medizinern nicht im Studium, sondern erst nach der fachärztlichen Weiterbildung auftritt. Schwierigkeiten bei der Besetzung von Landarzt- und Chirurgenstellen können deshalb nicht durch eine Erhöhung von Studierendenzahlen gelöst werden,“ gibt Bitter-Suermann zu bedenken. Versorgungsprobleme ergeben sich insbesondere aus der Verteilung der Ärztinnen und Ärzte sowie den Arbeitsbedingungen. Nachteilig wirken sich aber auch mangelnde Möglichkeiten für Rückkehrer/innen aus. „Programme für Ärztinnen und Ärzte, die nach der Familienphase oder nicht kurativen Tätigkeiten wieder einsteigen wollen, könnten die Nachfragesituation entspannen. Volkswirtschaftlich und menschlich gesehen ist dies ein Mittel der Wahl,“ sagt der MFT-Präsident. Nach dem Rambøll-Gutachten würden 44 Prozent der sogenannten „Aussteiger“ gerne wieder kurativ arbeiten.

Ansprechpartnerin:
Verena Wirwohl – Ass. iur. –
MFT – Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland
Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
Tel.: 030/6449 8559 -15, Fax: -11; E-Mail: wirwohl@mft-online.de

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