Hitzekollaps, Sonnenbrand & Co.: Hitze-Tipps von UKJ-Experten

Gefühlte Temperaturen von 40 Grad und mehr erwartet Deutschland laut Hitzewarnung vom Deutschen Wetterdienst in den kommenden Tagen. Die starke Wärmebelastung fordert Höchstleistungen vom Körper. Wenn dazu die Flüssigkeitszufuhr gestört ist, da zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird, vermindert sich die Blutzufuhr des Gehirns. Die Folge: Kreislaufkollaps mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit. Um dies zu verhindern und den hohen Temperaturen optimal zu begegnen, geben die Experten am Universitätsklinikum Jena (UKJ) einfache Tipps.

Sehr wichtig es, ausreichend zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. „Etwa zwei bis drei Liter sollten – abhängig von der körperlichen Aktivität – zusätzlich am Tag zu sich genommen werden“, empfiehlt Dr. Christian Hohenstein, Leiter der Zentralen Notaufnahme am UKJ. Ist der Flüssigkeitsbedarf bei starkem Schwitzen sehr hoch, sollten anstatt Leitungswasser oder Tee bevorzugt Mineralwasser oder isotonische Getränke zu sich genommen werden, um die durch das Schwitzen verlorenen Elektrolyte zu ersetzen. Denn insbesondere bei Sportlern führen fehlende Elektrolyte zu Muskelkrämpfen oder anderen unspezifischen Allgemeinsymptomen. Sportliche Aktivitäten sollten zudem bevorzugt in die kühleren Morgenstunden oder späten Abendstunden gelegt werden, um die Hitzebelastung des Körpers zu reduzieren.

„Der beste Schutz für Körper und Haut ist es, die Mittagssonne zwischen 11.00 und 15.00 Uhr gänzlich zu meiden“, so Dr. Steven Goetze, Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten am UKJ. Lange und weite Kleidung, die engmaschig gewebt ist, bietet zusätzlichen Schutz gegen Hautkrebs. Auch Sonnenschutzcremes sind bei starker Sonneneinstrahlung sehr wichtig. Dabei gibt es jedoch laut Goetze einiges zu beachten: „Wir empfehlen, nicht nur eine ausreichende Menge Sonnenschutzcreme zu verwenden, sondern auch regelmäßig nachzucremen – auch bei wasserfesten Produkten. Vor allem hellen Hauttypen raten wir zu Produkten mit dem Lichtschutzfaktor 50.“

Da das Durstempfinden bei älteren Menschen reduziert ist, besteht bei ihnen eine höhere Gefahr eines Flüssigkeitsdefizits. Erste Hinweise darauf sind stark konzentrierter Urin und verstärkter Schwindel beispielsweise beim Aufstehen. Deshalb ist es besonders für diese Personen wichtig, bei hohen Temperaturen bewusst auf die zugenommene Menge Flüssigkeit zu achten. „Patienten, die wassertreibende Medikamente einnehmen, sollten eine mögliche Dosisanpassung dieser Medikamente bei länger andauernden Hitzeperioden mit ihrem behandelnden Arzt absprechen, um ein Flüssigkeitsdefizit zu verhindern“, rät zudem Dr. Anja Kwetkat, Kommissarische Direktorin der Klinik für Geriatrie am UKJ.

Kontakt

Dr. Christian Hohenstein
Leiter der Zentralen Notaufnahme
Erlanger Allee 101
07747 Jena
Tel. 03641 – 9323001

Dr. Anja Kwetkat
Komm. Direktorin der Klinik für Geriatrie am UKJ
Bachstraße 18
07743 Jena
Tel. 03641 – 934901

Dr. Steven Goetze
Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten am UKJ
Erfurter Straße 35
07740 Jena
Tel. 03641 – 937322

 

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