Hirnmetastasen bei Brustkrebs – Mit Strahlentherapie die Lebensqualität verbessern

Zunächst verursachen Hirnmetastasen keine Beschwerden. Später leiden die Patientinnen jedoch unter heftigen Kopfschmerzen und neurologischen Ausfällen. „Oft sind diese ein Zeichen für einen erhöhten Hirndruck, der durch den wachsenden Tumor und die Flüssigkeit verursacht wird”, berichtet Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, DEGRO-Präsidentin und Direktorin der Abteilung für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Die Metastasen schädigen auch das gesunde Hirngewebe, so Engenhart-Cabillic weiter: „Die Folge sind Muskelschwäche, Krampfanfälle oder auch Gemütsstörungen. Zudem können sich die intellektuellen Fähigkeiten vermindern.”

Eine Strahlentherapie des Gehirns verkleinert die Metastasen und hemmt die Ödembildung. „Sie sollte immer erwogen werden, auch wenn sich die Metastasen chirurgisch entfernen lassen”, berichtet Engenhart-Cabillic. Operation und Strahlentherapie können auch kombiniert zum Einsatz kommen. Die Strahlentherapie lindert nicht nur die Symptome. „Bei vielen Patientinnen kommt es auch zu einem Rückgang der neurologischen Ausfälle”, erklärt Engenhart-Cabillic. „Wesentliches Ziel der Behandlung ist es, die Lebensqualität der Betroffenen durch die Symptomlinderung zu verbessern und darüber hinaus auch das Leben der Patientinnen zu verlängern.“

Eine Strahlentherapie des gesamten Gehirns kann auch dann sinnvoll sein, wenn Tumorzellen im Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis) nachgewiesen wurden. Dann liegt ein Befall der Hirnhäute, der sogenannten Meningen, vor. Die Ärzte sprechen von einer Meningeosis carcinomatosa, die sich nach der Strahlentherapie häufig bessert. Diese wird jedoch häufig in Kombination mit einer medikamentösen Therapie eingesetzt. „Mit einer effektiven Behandlung können wir das Überleben hier von wenigen Wochen auf vier bis sechs Monate verlängern“, berichtet Engenhart-Cabillic.

Zur Strahlentherapie
Die Strahlentherapie ist eine lokale, nicht-invasive, hochpräzise Behandlungsmethode mit hohen Sicherheitsstandards und regelmäßigen Qualitätskontrollen. Bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomographie ermöglichen eine exakte Ortung des Krankheitsherdes, so dass die Radioonkologen die Strahlen dann zielgenau auf das zu bestrahlende Gewebe lenken können. Umliegendes Gewebe bleibt weitestgehend verschont.

Literatur:
Petra Feyer, Marie-Luise Sautter-Bihl, Wilfried Budach, Jürgen Dunst, Wulf Haase, Wolfgang Harms, Felix Sedlmayer, Rainer Souchon, Frederik Wenz, Rolf Sauer: DEGRO Practical Guidelines for Palliative Radiotherapy of Breast Cancer Patients: Brain Metastases and Leptomeningeal Carcinomatosis. Strahlentherapie und Onkologie 2010; 186: 63-9

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Silke Stark
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.
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(idw, 09/2010)

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